Standort

Das klassische Weimar: Maria Pawlownas Lesemuseum

Im Auftrag der Weimarer Großherzogin Maria Pawlowna wird 1859/60 am Karlsplatz (heute Goetheplatz) das Lesemuseum errichtet. Dabei handelt es sich um die teilweise Nachbildung des Tempels der Siegesgöttin Nike auf der Akropolis in Athen. Der Nachbau erinnert vor allem durch seine ionischen Säulen an sein antikes Vorbild. Erbaut wird das Lesemuseum nach den Plänen des Oberbaudirektors Ferdinand Streichhan. Die 1830 von Maria Pawlowna gegründete Lesegesellschaft, deren erste Mitglieder Johann Wolfgang von Goethe und Johann Peter Eckermann waren, erhält mit der Fertigstellung des Niketempels ihr eigenes Domizil. Zu einer Zeit, in der noch niemand an elektronische Medien denkt, liegen in dem klassizistischen Gebäude bis zu 140 verschiedene Zeitschriften in deutscher, englischer und französischer Sprache aus. Die Weimarer Bürger bekommen mit dem Lesemuseum einen Ort, an dem sie sich zu politischen und wissenschaftlichen Themen informieren und sich kulturell austauschen können.

Zweiter Weltkrieg, DDR und Nachwendezeit

Mit Beginn des zweiten Weltkriegs verliert das Lesemuseum seine Funktion. Nach 1945 hat das Reisebüro der DDR hier seinen Sitz, bevor in den siebziger Jahren die Staatliche Bauaufsicht das Gebäude bezieht. 1990, noch vor der Wiedervereinigung, wird das Gebäude in einer Art deutsch-deutschem Joint Venture umfangreich saniert.

Aus dem ehemaligen Lesemuseum wird ein Funkhaus

Nach zwei Jahren Umbau kann Radio LOTTE Weimar im Juli 2008 sein Programm erstmals aus dem Niketempel ausstrahlen. Ein Jahr später wird das Gebäude auch der interessierten Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht, denn nach der Sanierung des Foyers finden wieder Lesungen, Konzerte und Diskussionsveranstaltungen in dem klassizistischen Gebäude statt.

 

 

Tag des offenen Denkmal

Am "Tag des offenen Denkmals" war der Niketempel zum ersten Mal mit dabei. Feierlich eröffnet wurde der Tag durch Oberbürgermeister Stefan Wolf bei Radio LOTTE im großen Sendesaal. Gäste konnten an einer von mehreren Führungen durch das Haus teilnehmen und sich von Wolfgang Renner die Geschichte des Hauses erzählen lassen. Auch wir konnten noch ein paar neue Dinge über das ehemaligen Lesemuseum erfahren: