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Kalenderblatt für den 1. Februar

01. Februar 2017 / Radio,Kalenderblatt

Im Jahr 1933 löst am 1. Februar, zwei Tage nach der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, Reichspräsident Paul von Hindenburg den deutschen Reichstag auf. Hitler hatte den greisen Generalfeldmarschall darum gebeten. Mit der Ankündigung von Neuwahlen für den 5. März beginnen die Nationalsozialisten, die Weimarer Republik in atemberaubendem Tempo zur Parteiendiktatur umzugestalten. Am 3. Februar wird der „Vorwärts", die Parteizeitung der SPD, verboten, einen Tag später unterzeichnet Hindenburg die „Verordnung zum Schutz des deutschen Volkes". Mit der darf nun die Regierung Presse- und Versammlungsfreiheit einschränken und Verdächtige ohne Beweise und Anklage bis zu drei Monate einsperren. Nach dem Reichstagsbrand Ende Februar brechen Terror und Verfolgung durch SA und SS offen aus. Bereits Ende 1933 ist vom demokratischen System nichts mehr übrig.

Im Jahr 1958 schließen sich am 1. Februar Ägypten und Syrien zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen. In einem Staat mit einer Flagge, einer Hymne und dem ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser will die "Vereinigte Arabische Republik" den Anfang machen zur größeren Arabischen Einheit und damit zur Verwirklichung eines alten Traumes. Keine sechs Wochen später schließt sich der Jemen an, und es entstehen die "Vereinigten Arabischen Staaten". Knapp vier Jahre später, Ende 1961, erklärt Präsident Nasser das Experiment für beendet. Der Jemen will seine Eigenstaatlichkeit behalten, auch seine Mitgliedschaft in der UNO; Syrien ist verärgert, dass man von Ägypten wie eine unbedeutende Provinz vereinnahmt wird. Offiziere putschen und erklären Syrien zur unabhängigen Republik. Ägypten behält den Namen "Vereinigte Arabische Republik" formell noch zehn Jahre lang bei, bis es sich 1972 zur "Arabischen Republik" umbenennt.

Heute vor 40 Jahren, am 1. Februar 1977, kommt erstmals die Zeitschrift "Emma" an die deutschen Kioske. Die Journalistin Alice Schwarzer hat mit dem Bestseller vom „Kleinen Unterschied" viel Geld verdient und macht daraus eine „Zeitschrift für Frauen von Frauen". Das Startkapital wird zu zwei Dritteln von Alice Schwarzer aufgebracht, zu einem Drittel von anderen Frauen, wie es heißt, „aus der Bewegung". Der Name ist gemeint „als Parodie, auf die pseudo-progressiven Noras, als Solidarität mit der guten alten Emma und nicht zuletzt als Anspielung auf die Em(m)anzipation". "Emma" erscheint monatlich im Format Din A 4 und kostet zunächst 3 Mark, inzwischen 7 Euro 50. Die Zeitschrift erscheint wieder zweimonatlich, nachdem es zwischenzeitlich nur noch vier Ausgaben im Jahr gab. "Emma" gilt seit der ersten Ausgabe als "Leitblatt des Feminismus" im deutschsprachigen Raum. Laut eigenen Aussagen kann es sich bis heute allein durch den Kioskverkauf und Abonnementsgebühren finanzieren und ist nicht auf Anzeigen angewiesen.

 

Autor: rika