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Kalenderblatt für den 2. Februar

02. Februar 2017 / Radio, Kalenderblatt

Im Jahr 1558 nimmt am 2. Februar die von Johann Friedrich I. von Sachsen gegründete und von Kaiser Ferdinand I. zur Universität erhobene „Hohe Schule zu Jena" ihre Lehrtätigkeit auf. Die „alma mater jenensis" soll die Ausbildung von Juristen, Lehrern und besonders Geistlichen in eigener, ernestinischer Hand sicherstellen. Die Universität wird im späten 16. Jahrhundert Mittelpunkt der lutherischen Orthodoxie und steht nach Ende des Dreißigjährigen Krieges mit 1.800 Studenten an der Spitze aller hohen deutschen Lehranstalten. Eine zweite Blütezeit erlebt die Universität unter der Regierung des Herzogs Carl August und seines Rats und Ministers Johann Wolfgang Goethe: Der neue Geist Weimars gewinnt auch an Einfluss in Jena. Die 1934 nach Friedrich Schiller benannte Uni ist heute mit fast 20.000 Studierenden und knapp 400 Professoren die größte Hochschule und einzige Volluniversität im Freistaat Thüringen. Zum 450-jährigen Bestehen der Uni erhielt Jena den Titel „Stadt der Wissenschaft 2008".

Im Jahr 1852 wird am 2. Februar in der Londoner Fleet Street die erste öffentliche Bedürfnisanstalt eröffnet – für Männer. Neun Tage später richten die Behörden in der Bedford Street auch eine Toilette für Frauen ein. Daß es öffentliche Aborte der Neuzeit zuallererst in England gegeben habe, wird von Historikern inzwischen allerdings als hartnäckiges Gerücht bezeichnet. Bereits Anfang der 1890er-Jahre hätten freisinnige Männer auf Pariser Plätzen öffentliche Pissoires anlegen lassen – ein Ergebnis der französischen Revolution. Die wirklich ersten öffentlichen Toiletten sind aus dem alten Rom bekannt. Die Betreibung dieser privaten Latrinen war äußerst lukrativ, kassierte der Unternehmer doch gleich doppelt: beim Benutzer und beim Gärtner aus der Nachbarschaft, der mit Urin und Fäkalien seine Felder düngte.

Am 2. Februar 1943 kapitulieren die Einheiten der deutschen 6. Armee im Nordkessel der Schlacht um Stalingrad. Insgesamt rund 108.000 Soldaten gelangen in sowjetische Gefangenschaft. Die Vernichtung der 6. Armee in Stalingrad gilt als Wendepunkt des vom Deutschen Reich begonnenen Zweiten Weltkriegs. Obwohl es dabei größere operative Niederlagen der deutschen Wehrmacht gab, gewann Stalingrad als deutscher und sowjetischer Erinnerungsort besondere Bedeutung. Die Schlacht wurde sowohl von der NS- als auch von der Sowjetpropaganda während des Krieges instrumentalisiert und ist mehr als jede andere Schlacht des Zweiten Weltkriegs noch heute im Kollektiven Gedächtnis verankert.

Autor: rika