08.05.2026 |

»Weimar Nachrichten« vom 8. Mai 2026

Hörgeschichten gegen das Vergessen
Im Museum Zwangsarbeit wird heute das Audioprojekt „Widerstand – Hörgeschichten aus Thüringen“ veröffentlicht. Hinter dem Projekt steht die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und gleichfalls das Museum. In kurzen Hörgeschichten wird widerständiges Handeln gegen den Nationalsozialismus in Thüringen erlebbar gemacht. Die Geschichten sind online abrufbar und sollen thüringenweit im Alltag auftauchen – über QR-Codes in Bussen, öffentlichen Gebäuden, in Print und in sozialen Medien. Ab 19 Uhr findet im Museum die Eröffnungsveranstaltung statt. Radio LOTTE Weimar überträgt das Programm live. Als Projektbotschafter:innen sprechen unter anderem die Schauspieler:innen Christina Große und Dominique Horwitz, Biathlon-Olympiasieger Erik Lesser sowie Bundestags-Vizepräsident Bodo Ramelow. Eine begleitende Installation im Museum ist bis zum 18. Oktober zu sehen. Die Hörgeschichten sind ab heute abrufbar unter widerstand.museum-zwangsarbeit.de.

Gedenken an den Tag der Befreiung in Weimar und Apolda
In Weimar und Apolda wird heute an den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus erinnert. Heute jährt sich das Kriegsende in Europa zum 81. Mal. Die Linke lädt in Apolda um 10 Uhr zum Gedenke an das Mahnmal für die Opfer des Faschismus in der Bahnhofstraße ein. Um 11 Uhr folgt eine Gedenkveranstaltung in Weimar. Sie findet auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof im Park an der Ilm statt. – Am Nachmittag ist auf dem Theaterplatz eine Kundgebung geplant. Die Initiative für Frieden und Solidarität mit der Ukraine ruft von 16 bis 20 Uhr dazu auf. Das Motto lautet: Lernen aus der Geschichte, Verantwortung übernehmen.

Theaterplatzfest gegen die Wehrpflicht
Auf dem Theaterplatz streiken heute Schülerinnen und Schüler gegen die Wehrpflicht. Laut Ankündigung wird dort von acht bis sechzehn Uhr ein sogenanntes Theaterplatzfest stattfinden. Neben Infoständen und Gesprächen gibt es auch einen Siebdruck-Stand, Schminken und Origami-Basteln. Mehrere Gruppen sind vor Ort, darunter die Linksjugend, Rotes Band Thüringen und die Initiative Welt ohne Waffen. Zu hören gibt es auch einen politischen Input der SDAJ, im Mittelpunkt steht dabei die Frage: „Sozialstaat oder Militärstaat?“ Um elf Uhr ist außerdem eine Laufdemo mit Zwischenkundgebungen geplant. – Es ist der mittlerweile dritte bundesweite Schulstreik gegen die Wehrpflicht. Die Bewegung richtet sich gegen das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das seit Januar in Kraft ist. Den achten Mai haben die Organisatoren bewusst gewählt – als Jahrestag der Befreiung vom Faschismus.

Demo führt zu Einschränkungen im Straßenverkehr
Heute Vormittag kommt es in Weimar zu Behinderungen im Straßenverkehr. Grund dafür ist eine Schülerdemonstration gegen die Wehrpflicht. Wie zuvor berichtet wird der Protestmarsch um elf Uhr am Theaterplatz beginnen. Die Route führt über die Wielandstraße, den Goetheplatz und Sophienstiftsplatz, weiter über die Amalienstraße, Gropiusstraße und die Geschwister-Scholl-Straße bis zum Wielandplatz in Richtung Innenstadt. Laut Stadtwirtschaft müsse bis 13 Uhr mit Verkehrsbeeinträchtigungen und Umleitungen im Busverkehr gerechnet werden. Fahrgäste werden gebeten, sich vorab über mögliche Änderungen und Verspätungen zu informieren und mehr Zeit einzuplanen.

Bund fördert Haus „Hohe Pappeln“
Rund 540.000 Euro fließen in die Sanierung des Hauses „Hohe Pappeln“. Das Geld stellt der Bund bereit. Das gaben laut MDR die Bundestagsabgeordneten Michael Hose von der CDU und Carsten Schneider von der SPD bekannt. Die Förderung kommt aus Bundesmitteln, die für Kultureinrichtungen von besonderer Bedeutung vorgesehen sind. Schneider sieht im Haus „Hohe Pappeln“ ein zentrales Werk der Moderne. Errichtet wurde das Haus in den Jahren 1907 und 1908. Es war der private Wohnsitz des belgischen Architekten und Designers Henry van de Velde. Er plante alles selbst daran. Vom Grundriss bis zum letzten Einrichtungsdetail trug das Gebäude die Handschrift van de Veldes. Heute gehört das Anwesen zur Klassik Stiftung Weimar. Wohnräume und Garten lassen sich besichtigen.

Night Fire Club bringt Jugendliche ins mon ami
Morgen Abend können Jugendliche in Weimar kostenlos feiern gehen. Das Jugend- und Kulturzentrum mon ami lädt ab 18 Uhr zur U18-Disko „Night Fire Club“. Auf dem Programm stehen unter anderem Deutsch-Rap, Pop und internationale Chart-Hits. Wer eine Pause von der Tanzfläche braucht, findet Sitzecken an der Bar und hinter dem Tanzbereich. Neu ist ein sogenannter Safe Spot vor dem mon ami. Betreut wird er von Streetworkern des Teams Jugendarbeit Weimar. Als Ansprechpartner sind sie vor Ort – für alle, die ankommen, warten oder eine Pause im Freien machen möchten. Wasser gibt es kostenlos, Limonaden für einen Euro. Zum Einlass wird ein gültiger Lichtbildausweis im Original benötigt. Ein Schülerausweis wird ebenfalls akzeptiert. Kopien oder Handyfotos gelten nicht. 12- und 13-Jährige können bis 22 Uhr bleiben, 14- bis 17-Jährige bis Mitternacht. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite we-vier-we-Punkt-de.

(mt/ki)