»Weimar Nachrichten« vom 21. Mai 2026

Weimar ehrt zwei Bürger für langjähriges Ehrenamt
Weimar hat am Mittwochabend zwei Bürger mit der silbernen und der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Laut einer Mitteilung der Stadt fand die Verleihung beim Jahresempfang des Oberbürgermeisters in der Weimarhalle statt. – Petra Witzel erhielt die silberne Ehrennadel für ihre musikalische Nachwuchsarbeit, die sie seit einem halben Jahrhundert ausübt. Sie hat in vier Weimarer Kindergärten die instrumentale Früherziehung aufgebaut und damit den Nachwuchs für das Jugendblas- und Schauorchester Weimar gesichert. Seit 2007 leitet sie das Kinderorchester. – Die goldene Ehrennadel ging an Dieter Höhnl. Er ist seit fast dreißig Jahren Vorsitzender des Freundeskreises des Goethe-Nationalmuseums. Er gewann Förderer, knüpfte Netzwerke und warb Mittel ein, unter anderem für die Restaurierung von Goethes Privatbibliothek und den Erhalt für das Wielandgut in Oßmannstedt. – Die goldene Ehrennadel ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Weimar für bürgerschaftliches Engagement vergibt.

Kinderhaus im Rennen um Publikumspreis
Das Kinderhaus Weimar ist im Rennen um den Publikumspreis des Deutschen Kinder- und Jugendpreises. Noch bis zum 26. Mai kann online abgestimmt werden. Angetreten ist die Einrichtung mit ihrem inklusiven Theaterprojekt „Bühne der Träume“. Es richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 22 Jahren. Viele der Beteiligten wuchsen in finanziell prekären Familienverhältnissen auf oder haben einen Flucht- oder Migrationshintergrund. Andere haben Beeinträchtigungen oder werden kaum kulturell gefördert. Das Projekt gibt ihnen Raum, ihre kreative Neugier zu entfalten. Gemeinsam bringen sie Märchen auf die Bühne. – Laut Deutschem Kinderhilfswerk stehen bundesweit 14 Projekte zur Wahl. Wer für das Weimarer Projekt stimmen möchte, findet die Abstimmung im Netz unter dkhw.de/dkjp. Der Publikumspreis ist mit 3.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 22. Juni im Europa-Park in Rust statt.

HfM setzt Untersuchungskommission nach Missbrauchsvorwürfen ein
Die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar reagiert auf schwere Missbrauchsvorwürfe. Einer Mitteilung zufolge prüft eine Untersuchungskommission nun die Anschuldigungen. – Im ARD-Magazin „Report Mainz“ wurde am 19. Mai geschildert, dass ein ehemaliger Lehrbeauftragter während einer Hochschul-Exkursion eine Schülerin des Musikgymnasiums sexuell belästigt habe. Dem Bericht zufolge habe zudem ein Professor der damals Betroffenen eine Mitschuld gegeben und damit den Täter geschützt. Die Hochschulleitung war vor der Ausstrahlung mit den Vorwürfen konfrontiert worden und setzte sofort eine Untersuchungskommission ein. Gespräche mit damals beteiligten Personen wurden inzwischen geführt oder angeboten. Hochschulpräsidentin Anne-Kathrin Lindig erklärte, die HfM nehme die Vorwürfe ernst und zweifle sie nicht an. Sie bat im Namen der Hochschule alle Personen um Entschuldigung, die dort solches Leid erfahren mussten. Die sofortige Aufarbeitung habe oberste Priorität. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Sollten sich eigene Versäumnisse der Hochschule bestätigen, übernehme sie nach eigenen Angaben die volle Verantwortung.

Kanzler der Bauhaus-Uni soll abgewählt werden
Der Senat der Bauhaus-Universität Weimar hat die Abwahl von Kanzler Horst Henrici am Mittwochabend auf den Weg gebracht. Das berichtet der MDR. Laut einer Universitätssprecherin reagierte das Gremium damit auf die angespannte Finanzlage der Hochschule sowie auf Kritik an Kommunikation und Entscheidungsprozessen in der Hochschulleitung. Über eine mögliche Abwahl des Kanzlers müsse nun die Universitätsversammlung entscheiden. Ebenfalls auf der Tagesordnung stand eine mögliche Abwahl von Präsident Peter Benz. Die fand im Senat allerdings keine Mehrheit. Vor der Sitzung hatten sich rund 50 Studierende versammelt und mit dem Präsidenten solidarisiert. Die Hochschulleitung arbeitet unterdessen nach eigenen Angaben weiter an einer finanziellen Stabilisierung und strategischen Neuausrichtung der Universität.

Kunstaktion „Anklang“ auf dem Herderplatz
Wer einen Wunsch für die Zukunft hat, kann ihn heute Vormittag auf dem Weimarer Herderplatz auf eine Tontafel schreiben. Die Künstlerin Cosima Göpfert und die Lebenshilfe Apolda/Weimar laden dazu ein. Anlass ist der heutige Tag der kulturellen Vielfalt des Deutschen Kulturrats. Die Aktion „Anklang – Visionen der Zukunft“ findet von 9 Uhr 30 bis 11 Uhr 30 Uhr vor dem Hauptportal der Herderkirche statt. Alle Beiträge werden anschließend auf Ton gebrannt und im Spätsommer beim Kunstfest ein Teil der Installation “Archiv der Wünsche”. Weitere Sammeltermine gibt es am 21. Juni zur Fête de la Musique und am 21. August zur Eröffnung des Kunstfests.

(mt/ki)