»Weimar Nachrichten« vom 1. Juli 2026

Weimarer Menschenrechtspreis geht an peruanische Aktivistin
Der Menschenrechtspreis der Stadt Weimar geht in diesem Jahr an die peruanische Umweltaktivistin Olivia Bisa Tirko. Der Stadtrat hatte sich in seiner Sitzung am 17. Juni dafür entschieden, dass Bisa Tirko den Preis erhalten soll. Die 37-Jährige ist seit 2022 Präsidentin der autonomen Territorial-Regierung der Chapra im peruanischen Amazonasgebiet. Sie ist die erste Frau in dieser Position. Tirko setzt sich für den Schutz des Territoriums der Chapra ein. Besonders nach dem Ölunfall von PetroPerú im September 2022 kämpfte sie gegen die dadurch entstandenen Folgen für die Umwelt. Wie es heißt, konnten durch ihren beharrlichen Einsatz die Schäden größtenteils behoben werden. Als Präsidentin des Volkes der Chapra verteidigt sie nicht nur Umwelt und Territorium, sondern fundamentale Menschenrechte. Dabei ist sie massiven Bedrohungen ausgesetzt. – Der Menschenrechtspreis Weimars ist mit 5.000 Euro dotiert. Vergeben wird er am 10. Dezember im Rahmen einer Festveranstaltung.
Online-Abstimmung zum Demografiepreis gestartet
Ab heute kann für den Thüringer Demografiepreis 2026 online abgestimmt werden. Mit dabei ist auch das 6. RETURN International Film & Art Festival aus Weimar. Insgesamt erreichten 39 Bewerbungen das Ministerium für Infrastruktur und Digitalisierung, siebzehn davon wurden für das Voting ausgewählt. Der Demografiepreis möchte Projekten eine Bühne bieten, die die Folgen des demografischen Wandels in Thüringen positiv gestalten. Das Preisgeld beträgt insgesamt 30.000 Euro. Der erste Platz ist mit 13.000 Euro dotiert, der zweite mit 10.000 Euro und der dritte mit 7.000 Euro. Abgestimmt werden kann noch bis zum neunten August unter heimat-punkt-thueringen-punkt-de. Dabei ist pro Person nur eine Stimmabgabe möglich.
Linie 3 fährt nur bis „Dürrer Bach“
Die Buslinie 3 fährt ab heute tagsüber nur bis zur Haltestelle „Dürrer Bach“. Laut Stadtwirtschaft sind Bauarbeiten an der Endhaltestelle Tiefurt der Grund. Dort entsteht ein neuer Fahrgastunterstand mit Personaltoilette. Wer weiter möchte, muss deshalb an der Haltestelle „Dürrer Bach“ in einen Kleinbus umsteigen. Es wird bis zum Haltepunkt „Tiefurter, Schloss“ einen Pendelverkehr geben. Barrierefrei wird dieser jedoch nicht sein, heißt es. Fahrgäste im Rollstuhl sowie mit Kinderwagen werden deshalb gebeten, ihre Fahrten entsprechend zu planen und auf alternative Mobilitätsangebote auszuweichen. Vom ersten bis dritten Juli gilt die Einschränkung jeweils zwischen 8 und 16 Uhr. Ab dem sechsten Juli verschiebt sich der Zeitraum auf 7 Uhr 30 bis 16 Uhr. Außerhalb der Bauzeiten fährt die Linie 3 auf dem regulären Fahrweg nach und von Tiefurt. Auskünfte zu den Änderungen gibt es im Kundenzentrum am Goetheplatz sowie online unter swg-weimar.de.
DNT-Kostümbildner für Theaterpreis DER FAUST nominiert
Der am Deutschen Nationaltheater Weimar beschäftigte Kostümbildner Andy Besuch darf auf den Theaterpreis DER FAUST hoffen. Das teilte das DNT Weimar mit. Besuch ist für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 in der Kategorie Kostüm nominiert, und zwar für seine Arbeit an der Doppelinszenierung „Penthesilea & Der zerbrochene Krug“. Die beiden Kleist-Vertonungen von Othmar Schoeck und Viktor Ullmann feierten am 20. September 2025 als Doppelabend erfolgreich am DNT Weimar Premiere. In der Jury-Begründung heißt es, Besuch gelinge ein Kostümbild von außergewöhnlicher künstlerischer Freiheit bei gleichzeitiger dramaturgischer Präzision. Seine Entwürfe verbänden die beiden gegensätzlichen Werke und konturierten zugleich ihre jeweiligen Welten präzise.
In diesem Jahr dürfen sich insgesamt mehr als sechzig Künstler*innen und Kollektive in zwölf Kategorien Hoffnungen auf den Deutschen Theaterpreis DER FAUST machen. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am 14. November 2026 im Hessischen Staatstheater Wiesbaden ausgezeichnet. Der undotierte Theaterpreis würdigt seit 2006 herausragende künstlerische Leistungen in der deutschen Theaterlandschaft.
Arbeitslosigkeit ist im Juni leicht gesunken
Im Juni ist die Zahl der Arbeitslosen in Weimar leicht gesunken. Das gab die Agentur für Arbeit bekannt. Demnach waren 2.091 Menschen ohne Job, siebzehn weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich ein Plus von dreizehn Personen. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat und auch wie vor einem Jahr bei 6,2 Prozent. Wie die Agentur mitteilt, meldeten sich im vergangenen Monat insgesamt 379 Personen arbeitslos, 392 beendeten dagegen ihre Arbeitslosigkeit. Unterdessen meldeten Unternehmen im Juni 127 neue Stellen, das sind 38 weniger als im Mai. Insgesamt standen damit 486 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*
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