»Weimar Nachrichten« vom 15. September 2026

Angriff auf Menschenrechtspreisträgerin Olivia Bisa Tirko
Die Weimarer Menschenrechtspreisträgerin Olivia Bisa Tirko ist erneut in Peru angegriffen worden. Wie die indigene Gemeinschaft Nación Chapra mitteilte, sei Bisa am Sonntag vor einer Woche während einer Autofahrt mit ihren Kindern bedroht worden. Anschließend habe sie bei der Staatsanwaltschaft Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung erstattet und Schutzmaßnahmen für sich und ihre Familie beantragt. Die Polizeiwache in San Lorenzo habe die Anzeige zunächst nicht aufnehmen wollen. Die Stadt Weimar und die Gesellschaft für bedrohte Völker fordern nun von den peruanischen Behörden wirksamen Schutz für Bisa und ihre Familie. Die Menschenrechtsorganisation verlangt zudem eine Aufklärung des Angriffs. Bisa wird in diesem Jahr auf Vorschlag der Organisation mit dem Weimarer Menschenrechtspreis ausgezeichnet.
Nächste Bauphase am Kreisverkehr Humboldtstraße
Die Arbeiten für den Kreisverkehr in der Humboldtstraße gehen in die nächste Runde. Laut der Stadt ist ab heute die Kreuzung Humboldt- /Cranachstraße für den Verkehr komplett gesperrt. Bisher war sie über eine Ampel noch befahrbar. Die Vollsperrung wird voraussichtlich bis zur Winterpause Ende Dezember andauern. Infolge der Arbeiten ist auch die Henßstraße nicht befahrbar, die Zufahrt zur Thomas-Müntzer-Straße bleibt aber frei. Die westliche Cranach- und die Wilhelm-Külz-Straße werden zur Sackgasse. Nördlich der Kreuzung ist die Humboldtstraße zudem wegen Kanalarbeiten teilweise gesperrt. Die Cranachstraße Ost ist über den Theodor-Hagen-Weg erreichbar. Die dort bisher geltende Einbahnstraßenregelung fällt weg. Um den Begegnungsverkehr zu gewährleisten, gilt im unteren Abschnitt des Weges zwischen Cranachstraße und Stadtring künftig ein absolutes Halteverbot. Für die Kindergärten richtet die Stadt Kurzzeitparkplätze ein. Sie liegen in der Humboldtstraße nahe dem Museum für Ur- und Frühgeschichte sowie in der Karl-Hausknecht-Straße. – Die Stadt bittet die Bürger, den Theodor-Hagen-Weg wegen der beengten Verhältnisse möglichst zu meiden. Die großräumige Umleitung über die Berkaer Straße bzw. Gutenbergstraße bleibt bestehen.
Auftakt für die Woche der Seelischen Gesundheit
Die Woche der Seelischen Gesundheit in Weimar wird heute auf dem Theaterplatz eingeläutet. Das kündigen die Organisatoren in einer Mitteilung an. Von 15 bis 18 Uhr gibt es dort ein buntes Programm mit Infoständen und Musik von der Trommelgruppe „Die Kongas“. In Apolda erlebt die Aktionswoche im Mehrgenerationenhaus von 14 bis 17 Uhr unter dem Motto „Gemeinsam kreativ sein“ ihren Auftakt. Bis zum 23. September folgen in Weimar und im Landkreis zahlreiche weitere Veranstaltungen. Geboten werden unter anderem Vorträge, Filmabende, Theaterstücke sowie Achtsamkeits- und Bewegungsangebote. Auch für Kinder gibt es eigene Programmpunkte. Initiatoren der Aktionswoche sind die Psychiatriekoordinatorin und die Gesundheitsämter von Weimar und vom Weimarer Land, gemeinsam mit mehreren Trägern aus der psychosozialen Versorgung und der Jugendhilfe. – Das gesamte Programm der Woche ist auf der Homepage der Stadt Weimar einsehbar.
Weimarhallen-Wände wieder fahrbar
Die Wände im Großen Saal der Weimarhalle sind wieder beweglich. Das teilt die weimar GmbH mit. Die Antriebstechnik der Wandanlage war im September 2022 irreparabel ausgefallen. Im Jahr darauf musste die gesamte Anlage abgeschaltet werden. Seitdem ließ sich der Saal nicht mehr flexibel unterteilen. Im ersten Schritt wurden laut Mitteilung die Wände im Westfoyer im Erdgeschoss umgerüstet. Das Ostfoyer soll nach demselben Prinzip noch in diesem Jahr folgen. Für die Maßnahme würden knapp eine Million Euro im städtischen Haushalt bereit stehen. Dafür habe sich Oberbürgermeister Peter Kleine eingesetzt, heißt es. Laut Geschäftsführerin Ulrike Köppel, erwirtschaftet die Weimarhalle mehr als die Hälfte des Haushalts der weimar GmbH. Auch für die Stadt sei sie ein Wirtschaftsfaktor, sagte OB Kleine.
Lesereihe europalette startet
In der Stadtbücherei Weimar startet heute die fünfte Ausgabe der Lesereihe „europalette“. Das gab die Bücherei bekannt. Bis zum 24. November sind zehn Lesungen geplant, mit Gästen unter anderem aus Deutschland, den USA, Brasilien und Island. Vor allem der direkte Austausch mit dem Publikum liege den Veranstaltern am Herzen. Die Lesungen finden im Gewölbekeller der Bücherei statt. Los geht es heute Abend um 19:30 Uhr mit dem gebürtigen Hamburger Autor Wolfram Lotz und seinem Buch „Träume in Europa“. Fünf Jahre lang hat er dafür Traumberichte aus Internetforen zusammengetragen. Infos zu allen Veranstaltungen gibt es auf der Homepage der Stadtbücherei.
Feuerwehr-Großeinsatz nach mutmaßlicher Explosion
Die Feuerwehr ist am Sonntag aufgrund einer mutmaßlichen Explosion in Lützendorf ausgerückt. Wie die Stadt mitteilt, wurden die Einsatzkräfte gegen 11:07 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte standen zwei Gebäude bereits in Vollbrand. Die Stadt löste daraufhin Vollalarm für alle übrigen Feuerwehren aus. Aufgrund der starken Rauchentwicklung gab die Leitstelle Erfurt zudem eine Warnung über die App Mowas heraus. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, weil u. a. Trümmerteile eines Wohnhauses weiträumig verstreut lagen. Mit Hilfe des THWs und in Abstimmung mit der Polizei liefen die Nachlösch- und Räumarbeiten die ganze Nacht. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich eine vermisste Person im zerstörten Gebäude befand. Erst in den frühen Morgenstunden konnte “Feuer aus” gemeldet werden. Daraufhin übernahm die Einsatzstelle die Polizei. Insgesamt waren rund 70 Einsatzkräfte mit 19 Fahrzeugen im Einsatz. – Wie die Polizei am Montag mitteilte, wird weiter nach dem vermissten 61-jährigen Hausbesitzer gesucht. Auch der Einsatz von zwei Leichenspürhunden und weitere Einsatzkräfte blieb ohne Erfolg.
Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*
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