»Weimar Nachrichten« vom 17. Juli 2026

Weimar erinnert an ermordete Geistliche
Am Samstag wird an die Ermordung von Pfarrer Paul Schneider im KZ Buchenwald erinnert. Auch der katholische Priester Otto Neururer wird in das Gedenken einbezogen. Das Erinnern wird im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes um 16.30 Uhr auf dem Appellplatz der Gedenkstätte Buchenwald stattfinden. Gemeinsam gestalten ihn Pfarrer Peter Gümbel von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde und Pfarrer Timo Gothe von der Katholischen Pfarrgemeinde. Musikalisch begleitet wird er vom Posaunenchor der Kreuzkirche. Ausgerichtet wird der Gottesdienst jährlich am Todestag von Pfarrer Paul Schneider. Am 27. November 1937 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Weil er bei einem Appell den Hitlergruß verweigerte, wurde er öffentlich mit Stockschlägen bestraft und in eine Einzelzelle gesperrt. Trotz schwerster Misshandlungen unterließ er es nicht, aus seinem Gefängnis heraus das Evangelium zu verkünden. Otto Neururer wurde vor 86 Jahren in Buchenwald umgebracht, weil er einem Mithäftling auf seinen Wunsch hin Taufunterricht gegeben hatte.
Gewinner des Genius Loci – Wettbewerbs stehen fest
Die Gewinner des internationalen Videomapping-Wettbewerbs von Genius Loci stehen fest. Insgesamt wurden fast 100 Arbeiten aus 28 Ländern eingereicht. Die Jury hat sich für drei Projekte entschieden, die am Niketempel, am Haus der Weimarer Republik und an Schillers Wohnhaus gezeigt werden. Am Niketempel ist das die Arbeit „Temple of Voices“ von AOTOO aus China. Am Haus der Weimarer Republik läuft „STRATUM“ von Amir Ahmadoghlu aus dem Iran. An Schillers Wohnhaus wird „Fragĭlis“ von Rita Reis aus Portugal projiziert. Die drei Teams erhalten jeweils 7.000 Euro Produktionsbudget. Am Festivalwochenende wird außerdem eines der drei Projekte mit einem zusätzlichen Preisgeld von 3.000 Euro prämiert. Zu sehen sind die Arbeiten vom 11. bis 13. September. Das diesjährige Festivalthema lautet „Demokratie und Gesellschaft“.
Barmer gibt Auskunft über regionalen Krankenstand im Jahr 2025
Die Barmer hat auf den Krankenstand in Weimar und im Weimarer Land im Jahr 2025 aufmerksam gemacht. Laut einer Mitteilung waren die Beschäftigten aus dem Landkreis im letzten Jahr weniger krankgeschrieben als im Vorjahr. In Weimar dagegen stieg die Zahl leicht an. Im Weimarer Land sank die Zahl der Fehltage von durchschnittlich 26,3 auf 25,5 Tage je Beschäftigten. In Weimar stieg sie von 22,6 auf 22,8 Tage. Der Krankenstand ist somit im Weimarer Land von 7,2 auf 7 Prozent gesunken, in Weimar blieb er nahezu gleich bei 6,2 Prozent. Laut Barmer-Chef Steffen Pallaske sei jeder vermiedene Krankheitstag ein Gewinn für die Beschäftigten, die Betriebe und die gesamte Region. So sei es um so wichtiger Gesundheitsförderung und Prävention weiter zu stärken und gesundheitlichen Risiken frühzeitig entgegenzuwirken.
Unbekannte beschädigen Wandgemälde
Derzeit ermittelt die Kriminalpolizei Weimar wegen der Beschädigung eines Wandgemäldes im Hauptgebäude der Bauhaus-Universität. Laut Polizeibericht ereignete sich die Tat zwischen dem 2. und 3. Juli. Dabei klebten Unbekannte eine Lebensmittelverpackung an das Wandgemälde. Das spätere Entfernen der Verpackung beschädigte laut Polizei die Farbschicht. Der entstandene Schaden wird auf etwa 10.000 bis 14.000 Euro geschätzt. Im Zuge der Ermittlung erfolgte eine Spurensicherung am Tatort. Unter anderem wurden DNA-Spuren gesichert. Zudem bitte die Polizei Zeugen, die Angaben zur Tat machen können, sich zu melden.
Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*
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