19.06.2026 |

»Weimar Nachrichten« vom 19. Juni 2026

Stadtrat erteilt Zuschlag für Haus der Frau von Stein

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch den Zuschlag für den künftigen Nutzer des Hauses der Frau von Stein erteilt. Wie es in einer Mitteilung heißt, entschied sich der Stadtrat unter sechs Bewerbern mehrheitlich für einen Erst- und einen Zweitplatzierten. Wer den Zuschlag erhalten hat, wird erst am 23. Juni offiziell bekannt gegeben. Nach Informationen des MDR soll offenbar die Mal- und Zeichenschule in das Haus einziehen. Das wollte die Stadtspitze jedoch nicht bestätigen. Laut Oberbürgermeister Peter Kleine wolle man zunächst alle Beteiligten schriftlich informieren. Die Entscheidung stößt unterdessen auf Kritik. Wie ebenfalls der MDR berichtet, zeigten sich unter anderem Anselm Graubner sowie Cecilia Scorza-Lesch und Harald Lesch überrascht. Die drei hatten gemeinsam ein Konzept eingereicht. Sie werfen der Stadt nun vor, dass das Verfahren nicht transparent gewesen sei.

Weimar hat beschlossene Haushaltssatzung

Der Weimarer Stadtrat hat am Mittwochabend die Haushaltssatzung nachträglich beschlossen. Damit konnte laut MDR ein Formfehler aus dem März beseitigt werden. Der Stadtrat hatte am 18. März Haushaltsplan und Haushaltssatzung zusammen beschlossen. Dieses Prozedere wurde von mehreren Fraktionen moniert. Infolge einer Beschwerde wurde der Haushalt vom Landesverwaltungsamt nicht genehmigt. Weimar rutschte damit in eine vorläufige Haushaltsführung. Dringende Ausgaben konnten zwar genehmigt werden, aber ein Abrufen von Krediten blieb aus. Mit dem nachgeholten Beschluss hofft die Stadt nun auf eine schnelle Freigabe durch das Landesverwaltungsamt.

Fete de la Musique und Wunsch-Sammelaktion

Am kommenden Sonntag feiert Weimar die Fête de la Musique. Stattfinden wird das musikalische Innenstadtfest von 16 bis 24 Uhr. Auf elf Bühnen wird ein vielfältiges Programm geboten – von klassischen Chorwerken und Folk-Klängen über Jazz, Pop und Rock bis hin zu Indie und elektronischer Musik. Zu erwarten sind mehr als 50 musikalische Beiträge. Abseits der Bühne wird die Fête de la Musique von einem besonderen Projekt begleitet. Von 16 bis 18 Uhr können Interessierte während einer interaktiven Sammelaktion anonym Zukunftsvorstellungen und Wünsche für ein gelingendes Zusammenleben teilen. Die Beiträge werden im LebensART am Palais gesammelt und später dann auf Ton gebrannt. Später sollen sie Teil der Installation „Archiv der Wünsche“ werden, die zum Kunstfest vor dem Atrium gezeigt wird. Verantwortlich für die Aktion sind die Künstlerin Cosima Göpfert und die Lebenshilfe.

Blankenhainer Rettungswache soll umziehen

Die Rettungswache in Blankenhain soll in ein Gebäude der Helios Klinik umziehen. Der Kreistag des Weimarer Landes hat das am Donnerstagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Der entsprechende Vorschlag kam laut eines Medienberichts von der CDU. Die Helios Klinik hatte dem Kreis zuvor ein leerstehendes Gebäude zur Anmietung angeboten. Die Räume sollen dort schrittweise an die Bedürfnisse des Rettungsdienstes angepasst werden. Möglich wäre ein Umzug bereits ab dem 1. August. Für den Umbau werden Kosten von schätzungsweise 3,2 Millionen Euro veranschlagt. Wie der Kreis diese Summe stemmen will, steht allerdings noch nicht fest. Hintergrund ist eine Einschätzung von Unfallkasse und Landesamt für Verbraucherschutz. Die bisherige Wache würde gegen den Arbeitsschutz verstoßen. Beide Stellen bemängelten zu wenig Platz und unzureichende Hygiene. Auch hatten sie dem Landratsamt eine Frist gesetzt. Im schlimmsten Fall hätte der Wache sogar die Schließung gedroht.

Erinnern an den „Tag der Bücherverbrennung“ in Niedergrunstedt

Am Samstag wird in der Niedergrunstedter Kirche an den „Tag der Bücherverbrennung“ erinnert. Das geht aus einer Mitteilung des Bündnis gegen Rechtsextremismus hervor. Beginnen wird das musikalisch-literarische Gedenken um 14 Uhr. Seit einigen Jahren besteht die Tradition nicht nur in Weimar, sondern auch in Niedergrunstedt aus den Werken jener Autorinnen und Autoren zu lesen, deren Bücher von den Nationalsozialisten vernichtet wurden. Wie es heißt, wird mit der Veranstaltung an die zerstörte Vielfalt von Literatur, Kunst und jüdischem Leben erinnert. Außerdem setzt sie ein Zeichen gegen Antisemitismus und Ausgrenzung. – Der „Tag der Bücherverbrennung“ ereignete sich in Niedergrunstedt am 21. Juni 1933.

Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*

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