»Weimar Nachrichten« vom 23. Juli 2026

Initiative erhält Deutschen Preis für Denkmalschutz

Die „Initiative Gedenkweg Buchenwaldbahn“ erhält den Vermittlungspreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz. Das teilte gestern das Thüringer Bildungsministerium mit. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro. Die Initiative macht die Spuren der ehemaligen Bahntrasse vom Hauptbahnhof bis zum ehemaligen KZ Buchenwald sichtbar. Angelegt wurde die Strecke 1943 von Häftlingen des Lagers. Auf ihr wurden Menschen in das Lager deportiert oder von dort in Vernichtungslager wie Auschwitz gebracht. Derzeit erinnern rund 350 Gedenksteine an die ehemalige Trasse und an die darüber deportierten und ermordeten Jugendlichen und Kinder. Seit 2007 entsteht das wachsende Denkmal. Das Projekt soll solange fortgesetzt werden, bis für jedes der etwa 1.800 jungen Opfer ein Gedenkstein angefertigt wurde. – Bereits im vergangen Jahr erhielt die Initiative für ihre Arbeit den Thüringer Denkmalschutzpreis.

Gedenktafel für Margarethe Geibel 

Ab heute wird eine Gedenktafel an die Künstlerin Margarethe Geibel erinnern. Enthüllt wird sie laut einer Mitteilung der Stadt um 10 Uhr an der Falkenburg Nummer drei, ihrem einstigen Wohnhaus. Anlass ist der 150. Geburtstag der Künstlerin. Eine aktuelle Ausstellung im Stadtmuseum ist ihrem Schaffen gewidmet. Geboren wurde sie 1876 am Frauenplan. Früh bekam Margarethe Zeichenunterricht. Später studierte sie bei Leopold Graf von Kalckreuth in Stuttgart. Als sie nach Weimar zurückkehrte, entdeckte sie den Farbholzschnitt für sich. Diese Technik wurde zu ihrer eigentlichen künstlerischen Ausdrucksform. – Auch der nach ihr benannte Fonds der Bürgerstiftung lässt sie nicht vergessen. Er unterstützt in Weimar lebende Künstlerinnen, die sich in einer existenziellen Notlage befinden. Außerdem ermöglicht er Frauen, Mädchen und benachteiligten Menschen Zugang zu Kunst und Kultur.

Möhrchenheft aus Weimar ausgezeichnet

Das Weimarer Möhrchenheft hat einen bundesweiten Preis für nachhaltige Bildung erhalten. Das berichtet der MDR.  Verliehen wurde der Preis vom Bundesbildungsministerium und von der Deutschen UNESCO-Kommission. Eine Jury wählte bundesweit 31 Projekte aus, die sich in besonderer Weise für nachhaltige Bildung engagieren. Die Übergabe fand beim BNE-Festival „Wandel als Chance – Mut für das Abenteuer Zukunft“ statt. Prämiert wurden dabei innovative und qualitativ hochwertige Lehr- und Lernangebote. Beim Möhrchenheft handelt es sich um ein Hausaufgabenheft für Grundschulkinder, das sich an regionale Gegebenheiten anpassen lässt und Nachhaltigkeitsthemen altersgerecht vermittelt. Die Herausgeber versuchen immer wieder Städte und Landkreise zu einer inhaltlichen Unterstützung und finanziellen Beteiligung anzuregen, um das Heft kostenfrei verteilen zu können. Seit 2014 wird das Heft veröffentlicht.

Villa Massimo gastiert in Weimar 

Zum ersten Mal ist die Präsentation der Villa Massimo zu Gast in Weimar. Eröffnet wird heute das Festival der Rompreistragenden der zwei letzten Jahrgänge. Eingeläutet wird es 16 Uhr am Römischen Haus. Laut Ankündigung werden die 22 Künstler*innen aus den Bereichen Architektur, Kunst, Literatur und Komposition ihre Werke in den Räumlichkeiten verschiedener Institutionen sowie im öffentlichen Raum zeigen. Darunter befindet sich unter anderem die ACC-Galerie. Dort werden 18 Positionen der beteiligten Künstler*innen in einer Ausstellung zu sehen sein. Dabei steht nicht, wie es heißt, das fertige Werk im Mittelpunkt, sondern der Weg dorthin. Zu erleben ist die Schau bis zum vierten Oktober. – Während der bis zum Sonntag laufenden Eröffnung erwartet die Gäste ein umfangreiches Programm aus Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Performances. Einsehbar ist es online unter weimar.de.

Mario Voigt bietet Sprechstunden an

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt wird ab Herbst eigene Sprechstunden anbieten. Das äußerte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Beginnen soll das neue Gesprächsformat voraussichtlich am 22. September in Arnstadt. Danach soll eine weitere Sprechstunde in Gera folgen. Einmal im Quartal möchte er die Möglichkeit anbieten, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Dafür sollen im jeweiligen Ort öffentliche Räume genutzt werden. Voigt möchte nach eigenen Angaben zuhören und sich den Themen widmen, „die für die Leute wichtig sind“. – In Südtirol habe Voigt sich dieses Modell angeschaut. Dort werde es seit einiger Zeit praktiziert.

Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*

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