24.06.2026 |

»Weimar Nachrichten« vom 24. Juni 2026

Mal- und Zeichenschule kann Haus der Frau von Stein nutzen

Die Stadtspitze hat gestern offiziell bestätigt, dass die Weimarer Mal- und Zeichenschule in das Haus der Frau von Stein ziehen könne. Der Stadtrat hatte bereits am 17. Juni in nichtöffentlicher Sitzung aus sechs eingereichten Konzepten mehrheitlich für das Vorhaben der Mal- und Zeichenschule gestimmt. Den zweiten Platz belegten der Wissenschaftler Harald Lesch sowie der Weimarer Unternehmer Anselm Graupner mit einem gemeinsamen Konzept. Oberbürgermeister Peter Kleine erklärte, er freue sich, dass man mit dem Stadtratsbeschluss nun einen weiteren Schritt gehen könne, um das historische Gebäude in eine gute Zukunft zu führen. Allerdings ist die Entscheidung noch an Bedingungen geknüpft. Die Stiftung der Mal- und Zeichenschule muss Nachweise zu Planung, Finanzierung und wirtschaftlicher Tragfähigkeit erbringen. Erst wenn dies fristgerecht erfolgt, kann ein Erbbaurechtsvertrag ausgehandelt werden.

Stadtratsfraktionen rügen Vergabeverfahren

Mehrere Stadtratsfraktionen haben die Entscheidung zum Haus der Frau von Stein kritisiert. So meldeten sich die SPD, die Grünen und die Linke in Pressemitteilungen zu Wort. Alle drei Fraktionen monierten, dass das Verfahren viel zu schnell vorangetrieben worden sei. Die SPD spricht von einem „Hau-Ruck-Verfahren“. Wie es heißt, sei der maßgebliche Beschlussantrag den Stadträtinnen und Stadträten erst am Vortag der letzten Stadtratssitzung zugegangen. Grüne und Linke beklagen, der Zeitrahmen sei für einen wirklichen Willensbildungsprozess zu kurz gewesen. Anträge auf Vertagung habe die Stadtratsmehrheit abgelehnt. Auch heißt es in der Mitteilung der SPD-Fraktion, dass sie weiter darauf bestehe, dass es für die Entscheidung zur künftigen Nutzung des Gebäudes ein konkretes Vergabeverfahren geben werde.

Weimar-Preis geht an Ute Freudenberg

Die Sängerin Ute Freudenberg wird mit dem Weimar-Preis 2026 geehrt. Das gab die Stadt gestern in einer Mitteilung bekannt. Darin heißt es, dass der Stadtrat am 17. Juni den Beschluss fasste, dass die Weimarer Künstlerin den Preis erhalten werde. Er folgt damit dem Vorschlag der Jury zur Vergabe des Weimar-Preises. Freudenberg wurde 1956 in Weimar geboren und studierte an der Franz-Liszt -Musikhochschule. Nach Jahren im Westen kehrte sie 1996 in ihre Heimatstadt zurück. Feierlich überreicht wird ihr der Preis am dritten Oktober in der Weimarhalle. – Der Weimar-Preis gilt als höchste Auszeichnung der Stadt und ist mit fünftausend Euro dotiert. Vergeben wird er alle zwei Jahre an Persönlichkeiten, die sich um das kulturelle Ansehen Weimars verdient gemacht haben. Im Jahr 2024 erhielt ihn Bernd Kauffmann.

Bauhaus-Studierende überzeugen bei Betonkanu-Regatta

Bei der Betonkanu-Regatta in Brandenburg an der Havel haben es Studierende aus Weimar auf das Siegertreppchen geschafft. Laut einer Mitteilung erreichten die Beteiligten der Bauhaus-Universität dreimal das Finale und ergatterten zweimal Bronze. Für die Gestaltung der Betonboote im Zwiebel-Look wurde die Mannschaft aus Weimar mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Die mittlerweile 20. Betonkanu-Regatta wurde am 19. und 20. Juni ausgetragen. Mehr als 1.000 Studierende reisten an den Beetzsee. Insgesamt paddelten 64 Damen-, 73 Herren- sowie 43 gemischte Teams um den Sieg.

Politischer Salon im DNT 

Das Deutsche Nationaltheater Weimar lädt heute Abend zum politischen Salon. Die Frage des Abends lautet „Game over democracy?“ Veranstaltet wird der Abend vom DNT gemeinsam mit dem Weimarer Republik e. V. Als Aufhänger dient den Veranstaltern der AfD-Bundesparteitag am 4. Juli in Erfurt. Er falle auf den Tag genau 100 Jahre nach dem zweiten Reichsparteitag der NSDAP 1926 im Deutschen Nationaltheater. An eben jenem Ort soll heute Abend darüber diskutiert werden, wie es um die Demokratie zukünftig bestellt ist und wie belastbar unsere Werte angesichts politischer und ökonomischer Herausforderungen sind. Auf dem Podium diskutieren die Autorin Dora Zwickau, die Historikerin Franka Maubach sowie Anton Krause vom Theaterkollektiv “machina eX.” – Beginn ist um 19 Uhr im Foyer des Nationaltheaters. Der Eintritt ist mit Zählkarte frei.

Weimarer Fundsachen unterm Hammer

Das Weimarer Fundbüro versteigert heute wieder Fahrräder. Das hat die Stadt auf Facebook bekannt gegeben. Im Angebot sind unter anderem Mountainbikes und City-Räder. Startgebote gibt es schon ab einem Euro. Ab 15 Uhr geht es los, im Marie-Juchacz-Saal in der Schwanseestraße 17. Wer die Stücke vorher in Augenschein nehmen möchte, kann das ab 14 Uhr 30 tun. Neben Rädern kommen auch Uhren, Technik und Schmuck unter den Hammer. Die Eigentümerinnen und Eigentümer haben die Gegenstände innerhalb der gesetzlichen Frist nicht abgeholt.

Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*

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