»Weimar Nachrichten« vom 24. September 2026

Iphigenie-Übersetzung nach 200 Jahren identifiziert
Eine lange verschollen geglaubte italienische Übersetzung von Goethes „Iphigenie“ ist identifiziert worden. Das teilte die Klassik Stiftung Weimar mit. Die Kunsthistorikerin Francesca Fabbri konnte die Übersetzung dem neapolitanischen Dichter Alessandro Poerio zuordnen. Den entscheidenden Anstoß dafür lieferte eine Studie des früheren Bibliotheksdirektors Reinhold Köhler aus dem Jahr 1882. Die Handschrift liegt in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, in Goethes eigener Büchersammlung. Sie blieb dort rund 200 Jahre lang unerkannt. Anhand eines Wasserzeichens ließ sich ihre Entstehungszeit auf etwa 1825 datieren, unbekannt blieb zunächst jedoch ihr Autor. – Der Dichter Poerio hielt sich 1825 und 1826 in Weimar auf. Aus Verehrung für den Dichterfürsten übertrug er neben der „Iphigenie“ auch die Ballade „Die Braut von Korinth“ ins Italienische und schenkte Goethe beide Übersetzungen persönlich.
Uraufführung von »Utopie Bauhaus!« in der Redoute
Das Theaterstück „Utopie Bauhaus!“ feiert heute Abend in der Redoute seine Uraufführung. Das teilte das Deutsche Nationaltheater Weimar mit. Autorin des dokufiktionalen Stücks ist Carolin Millner, sie führt auch selbst Regie. Im Zentrum steht eine Gruppe junger Menschen, die 1919 am neu eröffneten Bauhaus ihr Studium beginnt. Das Stück zeichnet die Lebenswege verschiedener Bauhäusler:innen nach, etwa von Anni und Josef Albers. Erzählt wird von der Weimarer Republik bis in den Nationalsozialismus. Neben bekannten Namen wie Gropius, Klee und Kandinsky können dabei auch weniger bekannte Stimmen des Bauhaus entdeckt werden. Das Stück ist Teil des Weimarer Themenjahrs „Weiblich Weimar“. Weitere Vorstellungen folgen am 30. September sowie am 3. und 20. Oktober.
Apolda feiert seinen Zwiebelmarkt
Apoldas Zwiebelmarkt steht vor der Tür. Von Freitag bis Sonntag, 25. bis 27. September, lädt die Glockenstadt erneut zu ihrem größten Volksfest. Ein Musikprogramm auf sieben Bühnen und etwa 225 Händler sorgen für ein buntes Treiben. Los geht es bereits am Freitagvormittag mit dem Inklusionstag. Am Nachmittag folgt dann die offizielle Eröffnung durch Bürgermeister Olaf Mülle auf der Bühne am Melanchthonplatz gemeinsam mit den Bühnenbetreibern. Zum traditionellen Bockbieranstich lädt außerdem die Vereinsbrauerei am Samstagabend ein. Am Tag darauf steht im Martinsquartier ein Familienfest auf dem Plan, mit Hüpfburgen, Kinderanimation und weiteren Angeboten. Zudem wird es einen verkaufsoffener Sonntag geben, der von 10 bis 18 Uhr die Besucher in die Geschäfte lockt. Das komplette Programm gibt es auf der Homepage der Stadt Apolda. – Weimars Zwiebelmarkt wird vom 9. bis 11 Oktober stattfinden.
Culture City Weimar startet in die 2. Bundesliga
Die Basketballer von Culture City Weimar bestreiten am Samstag ihr erstes Heimspiel in der 2. Basketball-Bundesliga ProB. Spielbeginn ist um 18 Uhr in der Asbach-Sporthalle, Gegner sind die SKYLINERS Juniors aus Frankfurt. Das gab der Verein bekannt. Die Mannschaft war im vergangenen Frühjahr aufgestiegen. In dieser Saison trifft sie unter anderem auf den deutschen Rekordmeister Bayer Leverkusen und die Dresden Titans. Zu den Höhepunkten zählen auch die beiden Thüringenderbys gegen die Basketball Löwen Erfurt. Die Asbach-Sporthalle wurde in den vergangenen Monaten von der Stadtverwaltung für die Anforderungen der 2. Bundesliga hergerichtet. Informationen zu den Spielterminen und den Tickets gibt es auf der Homepage von Culture City Weimar.
Polizei sucht weiter nach Vermissten
Weiterhin sucht die Polizei nach dem vermissten Jürgen Hellmann aus Weimar. Laut Polizeibericht gilt der 78-Jährige bereits seit dem 17. September als verschwunden. Trotz umfangreicher Such- und Fahndungsmaßnahmen fehlt von ihm bislang jede Spur. Der Vermisste ist etwa 180 Zentimeter groß, sehr schlank und hat dünnes, kurzes und graues Haar. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens trug er vermutlich eine graue Jogginghose. Die Polizei Weimar bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung.
Nachrichten verfasst von Michael Tuscher.*
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