»Weimar Nachrichten« vom 27. August 2026

Goethemedaille geht an drei europäische Kulturschaffende
Die diesjährige Goethemedaille würdigt einen estnischen Komponisten, eine italienische Übersetzerin und einen griechischen Theaterregisseur. Das Goethe-Institut wird die Auszeichnung am Freitag vergeben. Geehrt werden der Komponist Arvo Pärt, die Übersetzerin Anita Raja und der Theaterregisseur Prodromos Tsinikoris. Pärt gilt als prägende Persönlichkeit zeitgenössischer Musik. Nach seiner Emigration aus dem sowjetisch besetzten Estland lebte er fast 30 Jahre in Berlin. Raja hat bedeutende deutschsprachige Autoren wie Christa Wolf und Franz Kafka ins Italienische übertragen. Tsinikoris wurde in Wuppertal als Kind griechischer Arbeitsmigranten geboren. Er thematisiert in seinen Theaterarbeiten seine beiden Heimaten Deutschland und Griechenland. Überreicht wird die Auszeichnung von der Präsidentin des Goethe-Instituts, Gesche Joost, im Rahmen eines öffentlichen Festakts, der ab 14 Uhr in der Weimarhalle beginnt. – Die Goethemedaille wird seit 1955 einmal jährlich verliehen. Sie geht an ausländische Persönlichkeiten, die sich um die Vermittlung der deutschen Sprache und den internationalen Kulturaustausch verdient gemacht haben.
Weimarer-Dreieck feiert 35-jähriges Jubiläum
Das Weimarer-Dreieck wird 35 Jahre alt. Gefeiert wird das Jubiläum am Samstag in der Weimarhalle. Das gab die Thüringer Staatskanzlei bekannt. Im Rahmen der Festveranstaltung wird außerdem der diesjährige Weimarer-Dreieck-Preis verliehen. Nach der Begrüßung durch Ministerpräsident Mario Voigt wird in einem Gespräch die Bedeutung und Zukunft des trilateralen Gesprächsformats diskutiert. Daran beteiligen werden sich u. a. der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Gunther Krichbaum, und der französische Senator Ronan Le Gleut. In einem weiteren Gespräch werden die junge Generation und der zivilgesellschaftliche Austausch zwischen Deutschland, Frankreich und Polen Thema sein. – Begründet wurde das Weimarer-Dreieck am 28. und 29. August 1991 in Weimar. Damals trafen sich in der Goethestadt die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens. Bis heute steht das Gesprächsformat für Verständigung, Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung für Europa.
DNT und Staatskapelle unterstützen Bauhaus-Manifest 2026
Die Leitung des Deutschen Nationaltheaters und der Staatskapelle Weimar hat das Bauhaus-Manifest 2026 mitgezeichnet. Laut einer Mitteilung des DNT will sie damit ein Zeichen für Freiheit, Offenheit und Kreativität setzen. Sie sehe sich dem Bauhaus als prägender kultureller und gesellschaftlicher Kraft besonders verpflichtet. Auf Initiative des Kulturstaatsministers Wolfram Weimar wurde das Manifest am Donnerstag, dem 20. August, veröffentlicht. Publik gemacht wurde es von einem breiten Bündnis aus Kultur, Design, Handwerk, Architektur und Kirchen. Es bekennt sich zu den Werten des Bauhauses. Dazu gehören der Mut zur kühnen Idee, die Freiheit der Kunst und der Glaube, dass nur eine offene Gesellschaft die Kraft zur kulturellen Erneuerung aufbringen kann. – Das Manifest erschien anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus Dessau“.
Bushaltestelle wird barrierefrei
In der Moskauer-Straße wird ab heute damit begonnen, die stadteinwärts gelegene Bushaltestelle „Prager Straße“ barrierefrei umzubauen. Das gab die Stadt in einer Mitteilung bekannt. Zunächst wird die Baustelle eingerichtet und gesichert. Die eigentlichen Arbeiten sollen dann ab Freitag starten. Vorgesehen ist, dass die Haltestelle Bordsteine erhält, die für einen nahezu stufenlosen Buseinstieg sorgen. Zudem sind taktile Leitelemente vorgesehen. Darüber hinaus wird westlich des Busstopps eine Querungsstelle entstehen. Außerdem soll die Fahrbahn teilweise eine neue Asphaltdeckschicht erhalten. Voraussichtlich im Oktober werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin wird der Verkehr an der Baustelle vorbei geleitet. Die stadteinwärts gelegene Haltestelle wird zudem verlegt. Der Stopp stadtauswärts wird vorerst bleiben. Während der Asphaltarbeiten muss er jedoch für maximal drei Tage ersatzlos gestrichen werden.
Weimarer Tafel erhält Unterstützung
Die Weimarer Tafel erhält heute eine Spende. Laut einer Mitteilung unterstützt der „Dehner Hilfsfonds“ ihre Arbeit mit 2.500 Euro. Wie Tafelleiter Marco Modrow erklärt, könne sie mit Hilfe der Unterstützung die laufenden Ausgaben bestreiten – insbesondere für Energie. Die Unterstützung erfolgt im Rahmen der Tafel-Spendenaktion 2026. – Die Tafel Weimar ist 1996 aus einer Initiative der evangelischen Kirchengemeinde hervorgegangen. Sie ist Teil der Diakonie Landgut Holzdorf und ist überkonfessionell tätig. Aktuell werden von ihr monatlich etwa 800 Erwachsene und rund 400 Kinder mit Lebensmittel versorgt.
Goethe-Weinfest startet auf dem Frauenplan
Auf dem Frauenplan beginnt heute das traditionelle Weinfest zu Goethes Geburtstag. Den Auftakt gibt laut MDR Thüringens neue Weinprinzessin Jasmin Klett. Sie eröffnet das Goethe-Weinfest am Abend, es ist ihr erster offizieller Termin im Amt. Nach Angaben der Stadt soll sie von weiteren Gästen begleitet werden, etwa der Weimarer Zwiebelmarkt-Königin Johanna I. Erwartet werden zudem die Weinbruderschaft Saale-Unstrut sowie Gäste aus Politik und Sport. Insgesamt 16 Weingüter haben sich laut Veranstalter angemeldet, sie kommen unter anderem aus Österreich, Rheinhessen, der Pfalz und dem Saale-Unstrut-Gebiet. Gefeiert wird bis Sonntag.
Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*
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