»Weimar Nachrichten« vom 29. Juli 2026

Bauhaus-Universität stellt sich hinter Stiftung in Dessau

Der Senat der Bauhaus-Universität Weimar hat sich am Montag mit der Stiftung Bauhaus Dessau solidarisiert. Das geht aus einem offenen Brief hervor, mit dem die Uni auf die Anschuldigungen der AfD an die Stiftung reagiert. Darin heißt es, dass sie im Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt eine „patriotische Wende“ in der Kulturpolitik einleiten wolle. Diese richte sich laut Senat insbesondere gegen das Bauhaus. Die AfD kritisiere die Einrichtung als Ort der „Identitätslosigkeit“, schreibt der Senat weiter. Die Partei wolle ihr die Kampagne „#deutschdenken“ gegenüberstellen. Statt einer intellektuell und kulturell offenen Sicht auf Architektur, Kunst und Wissenschaft soll eine stärker an „Bautradition“ orientierte Architektur unterrichtet werden. Dieser Kulturvorstellung liege nach Auffassung der Uni ein ethnisch homogenes Volksverständnis zugrunde. Bildungs- und Kultureinrichtungen würden dadurch zu Orte geschlossener Weltbilder werden. Auch Intoleranz und Provinzialität könnten dort entstehen, heißt es in dem Brief. Diesen Kurs lehne die Universität entschieden ab. Das Bauhaus stehe für Weltoffenheit und Experimentierfreude sowie für Wissenschafts- und Kunstfreiheit. Mit einer „patriotischen Ideologie“ sei das nicht vereinbar.

Weimarer Tagung beleuchtet Philosophie im Nationalsozialismus

Im Goethe- und Schiller-Archiv beginnt heute eine Tagung zur Rolle der Philosophie für den Nationalsozialismus. Organisiert wird sie vom Kolleg Friedrich Nietzsche. Die Tagung wird bis zum Freitag stattfinden. Betrachtet werden soll laut Ankündigung die Vorreiterrolle der Philosophie in der akademischen „Selbstmobilisierung“. Bereits in Vorträgen und Essays um 1917 sei rassistisches Denken mit den Mitteln der klassischen deutschen Philosophie begründet worden. Als Reaktion auf Kritik daran seien Netzwerke entstanden, die von völkischem und faschistischem Gedankengut geprägt gewesen seien. Die Tagung geht nun der Frage nach, welche Ideen diese philosophischen Ansätze prägten, wie der Begriff Rasse instrumentalisiert wurde und ob die Unterstützung der Nationalsozialisten als Scheitern einer offenen Gesellschaft zu verstehen ist. – Nähere Informationen zur Tagung sind auf der Homepage der Klassik-Stiftung zu finden.

Bauarbeiten sorgen für Busumleitung

Ab heute sorgen Bauarbeiten in der Humboldtstraße für Änderungen im Busverkehr. Das teilt die Stadtwirtschaft mit. Unter anderem soll ein neuer Kreisverkehr gebaut werden. Die Arbeiten erfolgen in 2 Bauabschnitten. Der 1. Abschnitt soll bis zum 20. September fertig sein und der 2. bis Ende des 1. Quartals 2027. Betroffen sind die Linien 4 und 6. Während der Bauzeit kann von ihnen die Haltestelle „Cranachstraße“ in beide Richtungen nicht angefahren werden. Zusätzlich fahren die Busse Richtung Goetheplatz die Haltestellen „Richard-Wagner-Straße“ und „Thomas-Müntzer-Straße“ an. Richtung Legefeld und Niedergrunstedt gibt es eine Ersatzhaltestelle in Höhe Gutenbergstraße 9/11. Auch die Abfahrtszeiten der beiden Linien wurden angepasst. Wer mit dem Bus unterwegs ist, sollte sich vorher über die neuen Zeiten informieren. Auskunft gibt es im Kundenzentrum am Goetheplatz sowie online auf der Internetseite der Stadtwirtschaft und in der VMT-App.

MUT-Tour macht Halt in Weimar

Die MUT-Tour macht heute Station auf dem Theaterplatz. Das gaben die Organisatoren in einer Pressemitteilung bekannt. Von 11:05 Uhr bis 12:05 Uhr werden Teilnehmende dort über psychische Gesundheit sprechen. Sie schildern, wie sie den Weg aus einer Krise finden, wie sie mit ihrer Erkrankung umgehen und welchen Unterschied Gemeinschaft dabei macht. Bei der MUT-Tour sind seit 2012 Betroffene, Angehörige und beruflich Helfende gemeinsam unterwegs. In diesem Sommer reisen sie wieder rund 4.100 Kilometer durch Deutschland. Gestartet ist die Tour am 30. Mai in Kassel, enden soll sie am 12. September in Bremen. – Bundesweit sind jährlich fast 18 Millionen Menschen von einer psychischen Erkrankung betroffen – mehr als jede vierte erwachsene Person. In internationalen Befragungen berichten rund 80 Prozent der Menschen mit Depressionen, dass sie in mindestens einem Lebensbereich Stigmatisierung erlebt haben.

Feldbrand bei Hopfgarten – Polizei ermittelt 

Im Weimarer Land hat am Sonntagabend ein Feld bei Hopfgarten gebrannt. Deshalb ermittelt die Polizei jetzt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Laut eines Polizeiberichts wurden Autobahnpolizei und Ortsbrandmeister auf das Feuer aufmerksam und riefen die Feuerwehr. Der starke Wind hatte das Feuer schnell vorangetrieben. Rund 4 Hektar Weizenfeld wurden zerstört, der Schaden liegt schätzungsweise bei 8.000 Euro. Eine Selbstentzündung des Feldes halte die Feuerwehr für unwahrscheinlich. Wie es zu dem Brand kam, ist weiterhin unklar. Wer am Sonntagabend in der Nähe des Brandortes etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei melden.

Nachrichten verfasst von Michael Tuscher*

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