Wenn Autos zum Orchester werden: »Soundtrack for Midnight TAMURO«

Motorengeräusche, Licht und Musik: Mit »Soundtrack for Midnight TAMURO« hat der japanische Klangkünstler Masamitsu Araki beim Kunstfest Weimar ein außergewöhnliches Konzerterlebnis auf die Festwiese nach Apolda gebracht. Für die Europapremiere seines Projekts arbeitete Araki mit Akteurinnen und Akteuren der Thüringer Autotuning-Szene zusammen – ihre modifizierten Fahrzeuge wurden zu einem „motorisierten Orchester“.
Die Idee dazu stammt aus Japan. »Tamuro« bedeutet so viel wie »zusammen abhängen«. Araki erinnert damit an Parkplätze am Rande japanischer Städte, die vor allem für junge Menschen zu inoffiziellen Treffpunkten werden. Orte zwischen Alltag und Subkultur, an denen Autos nicht nur Fortbewegungsmittel, sondern auch mobile Klangkörper sind.
Für das Kunstfest übertrug Araki diese Idee auf Thüringen. Bereits im Frühjahr traf er dafür Menschen aus der regionalen Tuning-Szene und besuchte unter anderem eine Simson-Schrauberwerkstatt. In Apolda entstand daraus schließlich ein Zusammenspiel aus Klang, Licht, Bewegung und Autokultur.
Josephine Prkno hat Masamitsu Araki persönlich getroffen und mit ihm über die Idee hinter TAMURO, seine Arbeit und die besondere Thüringer Version seiner Performance gesprochen.