Nostalgie im Mikadowald: Weimarer Subkulturen 1979-1989

Im Rahmen des Festivals „Wir tanzen im Mikadowald“, welches vom 10. September bis 13. September in Weimar stattfand, hat Jule Niedergesäß sich in ihrer Sendung „Ich rede über mein Kaninchen und niemand kann mich aufhalten“ dem Thema der Subkultur Weimars/ der DRR von 1979-1989 gewidmet, die bis heute noch Einfluss auf die Szene und die Stadt hat. Beim Festival traten Bands auf, die zu der Zeit aktiv waren und es teils bis heute noch sind, teils aber auch auch seit Jahrzehnten nicht mehr zusammen gespielt haben. Zudem gab es Lesungen, Super 8 Filme und eine Fotoausstellung zu sehen.
Livesendung vom „Wir tanzen im Mikadowald“ – Festival der weimarer Subkulturen 1979-1989 am 12.9.26 im Gaswerk Weimar
Die folgenden Sendungen sind im Rahmen des Formats „Ich rede über mein Kaninchen und niemand kann mich aufhalten“ entstanden und beleuchten einzelne themenschwerpunkte rund um das Festival ausführlich:
1. Folge: Vorstellung Festival
In dieser Sendung geht es um die Idee hinter dem Festival, die Organisation und darum, wer überhaupt dahinter steckt. Zu Gast waren Schrammel vom Heldenstadt Anders e.V. und Volle, der in der Gerberstraße 3 aktiv ist und in mehreren Bands wie den „Madmans“ und „Der Rest“ spielte.
2. Folge: „Wie die Gerber Laufen lernte“
Thema ist die Vorgeschichte und Entstehung der Gerberstraße 1990 als soziokulturelles Zentrum. Dazu sprach Jule mit Volle, der bei der Erstbesetzung dabei war und mit Emkey, welcher heute noch maßgeblich in der Gerber mitwirkt und z.B. auch das dortige Tonstudio verwaltet. Auch er war maßgeblich am Festival beteiligt.
3. Folge: Kollektiver Brechreiz
Steffen und Micha aus Sömmerda von der Band „Kollektiver Brechreiz“ waren zu Gast in der Sendung und sprachen über die Geschichte der Band, Subkultur in Sömmerda und die Vernetzung untereinander in Thüringen.
4. Folge: Madmans
Über Weimars und sogar Ostdeutschlands dienstälteste Punkband, den „Madmans“, sprach Jule mit dem Frontmann Holger, der selbst begeistertster Radiomacher und Festivalbesucher ist.
5. Folge: Tapetopia
Henryk Gericke kam mit seinem Buch „Tanz den Kommunismus – Punkrock DDR 1980–1989“, welches 2024 im Verbrecherverlag erschien, für eine Lesung als Auftaktveranstaltung des Festivals in die ACC-Galerie nach Weimar. Er ist nicht nur Autor sondern war er auch selbst mal in einer Punkband und ist heute mit Tapetopia Verleger von in der DDR produziertem Punk, der aber auch aus anderen Genres Einflüsse nimmt.
6. Folge: Der weiße Strich
Einige nach Westberlin ausgereiste Weimarer starteten eine Kunstaktion, bei der sie einen weißen Strich an der Mauer entlang zogen. Die Aktion flog auf und einer der Künstler wurde in der DDR verhaftet. Dabei war auch Frank Willmann, der schon immer eine Leidenschaft für Literatur hatte und nun über den Balkan, Fußball aber auch DDR Punk genau wie diese Kunstaktion Bücher schreibt. Zum weißen Strich gab es auch einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Striche ziehen“, welcher beim Festival gezeigt wurde. Mit Frank sprach ich über seinen Eindruck von der Weimarer Punkszene und darüber, wie die Aktion damals genau ablief.
7. Folge: Der Rest und Plattenvertrieb
In dieser Folge sind Helfried und Claus zu Gast. Helfried war in mehreren Bands vertreten wie auch beim Rest. Dieser war wortwörtlich der Rest von den Weimarer Punkern, die noch in der Stadt vertreten waren und sich zu diesem Projekt zusammenschlossen.
Claus ist bekannter Weimarer Photograph, der auch zu der Zeit, der sich das Festival widmet, schon sehr aktiv war. Seine Fotografien wandeln zwischen Zeitdokumenten und Kunst, die auch die Albumcover schmückte. Wie die Platten vertrieben wurden, erfahren wir im Gespräch.