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Claus Bachs Bildarchiv: Der Weimar-Bezug
29. April 2026 / Radio, Stadtzeit,Mediathek
Nein, das ist kein lokaler Textilbezug für heimische Sitzmöbel. Also weder geprintetes Goethehaus noch Sphinxgrotte auf Couchgarnitur. Sondern die aktuelle Bebilderung der Amtsräume des Weimarer Rathauses. Seit einigen Monaten versammeln sich dort immer mehr Exponate des „Internationalen Atelierprogramms der ACC-Galerie und der Stadt Weimar". Das existiert seit dem Jahr 1994 und ist das älteste Programm seiner Art in Thüringen. Seither wurden jedes Jahr drei Kunststipendiaten und Stipendiatinnen für jeweils vier Monate zum Agieren vor Ort eingeladen. Finanziert von Stadt und Land und ausgewählt von einer Fachjury, deren Zusammensetzung sich ebenfalls jährlich änderte. So ist nach nunmehr 32 Jahren einiges zusammengekommen. Als da wäre die Wandinstallation ausrangierter blauer E-Mail-Straßenschilder, welche im Jahr 1997 das Projekt der irländischen Künstlerin Amanda Dunsmore gewesen ist. Die sind jetzt in collagenhafter Form an den Wänden des Obergeschosses des Hauses zu sehen. Noch bis vor Kurzem fristete die Arbeit ihr Dasein im Archiv der Galerie, wie so viele andere Kunstwerke. Auslöser der Angelegenheit war die vollendete Sanierung des Rathauses und vor allem der Impuls der Weimarer Kulturdirektion. Damit reagierte sie auf den Wunsch des Oberbürgermeisters Peter Kleine, zeitgenössische Kunst mit lokalem Bezug im Rathaus zu präsentieren.
Nachdem weitere Kunstwerke in Amtsräumen und Fluren des Rathauses platziert worden waren, geriet die Sache zum Selbstläufer.
„Immer mehr Mitarbeitende des Hauses wünschten sich eine bebilderte Ausgestaltung ihres Arbeitsplatzes", kommentierte Ursula Seeger, die damalige Fachreferentin für Bildende Kunst der Stadtkulturdirektion.
Also originäre Kunst anstelle austauschbarer Lifestyle-Fotos vom Möbeldiscounter. Und genau das ist das Besondere und Wasser auf die kunstaktivistischen Mühlen des umtriebigen ACC-Galeristen und Perfomers Frank Motz. So ist die „Kunst im Rathaus"-Sammlung mittlerweile auf reichlich 25 Kunstwerke angewachsen. Mit steigender Tendenz. Zu sehen sind meist farbige Bilder und Fotografien, die auf ihre ganz eigene Art mit dem Geist des Ortes und dem kompatiblen Weimar - Mythos spielen. Auf Anfrage sollen zukünftig auch Besichtigungen jener Sammlung möglich sein. Einen ersten Eindruck kann man sich schonmal in der aktuellen Ausstellung „Die Sammlung Weimar" in besagter ACC-Galerie verschaffen.
CB
Claus Bachs Bildarchiv: Der Weimar - Bezug
