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Künstlergruppe "schändet" Goethes Gartenhaus

22. August 2019 / Weimar, Nachrichten
Kunstaktion "LOLita", Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule", Polizeifoto
Kunstaktion "LOLita", Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule", Polizeifoto

Die gegen Frauenfeindlichkeit vorgehende "#MeToo-Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule" hat kurz vor dem Start des Weimarer Kunstfestes Goethes Gartenhaus mit Klopapier-Rollen beworfen. Nach einem Internet-Bekennerschreiben wird mit der "Schändung" im Jubiläumsjahr des Dichters gegen den, wie es heißt, "unbedarften und beschönigenden Umgang mit Goethe an deutschen Schulen, Universitäten, Theatern und Museen" protestiert. Goethes Werk "strotze vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren", die von ihm oft als "naive Dummchen" gestaltet würden, heißt es weiter. Prominentestes Beispiel sei das 14jährige Gretchen im "Faust". In seinem von Franz Schubert vertonten Gedicht "Heidenröslein" verharmlose Goethe gar "eine brutale Vergewaltigung in lieblichem Trällerton".

Das Klopapier hat sich laut Polizei überall auf dem Grundstück verteilt. Die Kosten der Reinigung werden auf 400 Euro geschätzt.

Autor: wk