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»Weimar Nachrichten« vom 13. April 2026

13. April 2026 / Weimar, Nachrichten

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Gedenken an die Befreiung Buchenwalds
Am Sonntag ist an die Befreiung Buchenwalds vor 81 Jahren erinnert worden. Laut Medienberichten kamen beim Festakt in der Gedenkstätte erstmals seit Jahrzehnten keine Überlebenden zu Wort. Grund waren Einschränkungen im Flugverkehr aus Israel, heißt es. Der 98-jährige Alojzy Maciak aus Polen und der 99-jährige Andrej Moiseenko aus Belarus waren zwar angereist — zu Wort meldeten sie sich aber nicht. Hauptredner war Entertainer Hape Kerkeling. Er berichtete von seinem Großvater Hermann. Der wurde 1942 wegen der Verteilung von Flugblättern gegen Hitler in Buchenwald inhaftiert. Kerkeling mahnte, die Erinnerung wachzuhalten. Ein Schlussstrich unter die Erinnerungskultur sei ein Schlussstrich unter die Demokratie. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wurde während seiner Rede durch Zwischenrufer gestört. Die Präsidentin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos, Lena Sarah Carlebach, kritisierte ihn direkt. Sie äußerte, dass etwas ins Wanken gerät, wenn Buchhandlungen ohne weitere Erklärung diskreditiert werden. Hintergrund dieser Kritik ist die Absage des Deutschen Buchhandlungspreises, nachdem Weimer drei linke Läden von der Preisträgerliste hatte streichen lassen.

Das Konzentrationslager Buchenwald bestand von 1937 bis 1945. Mehr als 250.000 Menschen wurden dort gefangen gehalten. Rund 56.000 überlebten die Haft nicht. Am 11. April 1945 erreichten US-Truppen das Lager.

"Kufiyas in Buchenwald" demonstriert trotz Verbot
Bereits einen Tag vor der gestrigen Gedenkfeier hat die Gruppe "Kufiyas in Buchenwald" nach eigenen Angaben auf dem Gelände der Gedenkstätte demonstriert. Laut DPA veröffentlichte sie ein Video zu der Aktion. Die Stadt Weimar hatte eine Kundgebung auf dem Gelände zuvor untersagt. Das Verwaltungsgericht Weimar bestätigte dieses Verbot, nachdem die Gruppe dagegen geklagt hatte. Ein Sprecher der Gedenkstättenstiftung kritisierte: "Sie haben genau das getan, weswegen ihnen untersagt wurde, aufs Gelände zu kommen — nämlich Buchenwald mit Gaza verglichen." Die Gruppe wollte den Israel-Palästina-Konflikt auf dem Gedenkstätte-Gelände selbst thematisieren. Ihre für gestern geplante Mahnwache auf dem Weimarer Theaterplatz sagten die Organisatoren kurzfristig ab — zunächst ohne Angabe von Gründen. Die Gedenkfeier selbst verlief ohne Zwischenfälle. Am Weimarer Bahnhof versammelten sich laut Polizei etwas mehr als ein Dutzend propalästinensische Demonstranten. Außerdem gab es eine proisraelische Kundgebung in der Stadt.

Polizeieinsatz zur Buchenwald-Gedenkfeier
Vier Strafanzeigen hat die Polizei bei Versammlungen rund um die gestrige Buchenwald-Gedenkfeier erstattet. Grund waren Verstöße gegen das Versammlungsgesetz. Insgesamt kam es an drei Orten zu Kundgebungen. Am Goetheplatz versammelten sich gegen Mittag rund 200 Menschen zu einer angemeldeten Standkundgebung. Am Bahnhofsvorplatz fand eine kurzfristig angemeldete Versammlung mit etwa 30 Personen statt. Am Nachmittag kamen am Buchenwaldplatz bis zu 50 Teilnehmer zusammen. Alle drei Versammlungen verliefen weitgehend störungsfrei. Anlass war der 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald.

Weimar unter Thüringens teuersten Städten
In Weimar können sich die Menschen von ihrem Einkommen am wenigsten leisten. Das geht laut MDR aus einer neuen Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln hervor. Gleiches gilt auch für Jena und Erfurt. Der Grund: In allen drei Städten liegen die Einkommen nur im unteren Mittelfeld – die Preise dort aber deutlich über dem Niveau der übrigen Regionen Thüringens. Was unterm Strich bleibt, ist wenig. Am meisten bleibt den Menschen in den Landkreisen Hildburghausen, Greiz und im Eichsfeld vom Einkommen übrig. Im bundesweiten Vergleich landet Thüringen auf Rang acht von sechzehn – also im Mittelfeld. Bayern führt die Liste an: Hier ist das Einkommen am höchsten – bei Preisen, die bundesweit zu den dritthöchsten zählen.

Verkehrsmeldungen Weimar
In Weimar kommt es ab heute zu mehreren Vollsperrungen im Stadtgebiet. Laut Angaben der Stadt ist der Rembrandtweg im Bereich der Hausnummer 6 bis Freitag, dem 24. April, voll gesperrt - und das täglich zwischen sieben und siebzehn Uhr. Grund sind Arbeiten an der Trinkwasserleitung. Ebenfalls ab heute gilt eine Vollsperrung in der Rainer-Maria-Rilke-Straße — und zwar zwischen der Hermann-Löns-Straße und dem Hohen Weg. Auch diese Sperrung dauert bis zum 24. April. Dort werden Kabel für eine Trafostation verlegt. Länger andauern werden die Arbeiten in der Seifengasse: Sie ist bis zum 13. Mai gesperrt. Hintergrund ist eine Gerüststellung für Arbeiten am Goethe-Nationalmuseum. Aus Richtung Ackerwand bleibt die Gasse befahrbar.

mt/ki

»Weimar Nachrichten« vom 13. April 2026

Autor: nbv