Weimar Beiträge
»Weimar Nachrichten« vom 26. März 2026
26. März 2026 / Weimar, Nachrichten
Nachrichten aus der Region hier bei Radio LOTTE Weimar
Weimar untersagt Kundgebung an Gedenkstätte Buchenwald
Die Stadt Weimar hat einer Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten untersagt, am 12. April im Bereich der Gedenkstätte Buchenwald zu demonstrieren. Laut Medienberichten teilte die Stadt dies der Gruppe während eines Kooperationsgesprächs am Dienstag mit. Gleichfalls wurde den Aktivisten zwei Alternativstandorte innerhalb Weimars angeboten - aber außerhalb des Ettersbergs. Bis Donnerstagmittag hat die Gruppe nun Zeit sich zu positionieren. Hinter der geplanten Aktion steht die Kampagne "Kufiyas in Buchenwald". Anlass ist ein Vorfall im April 2025. Während des Befreiungs-Gedenkens wurde einer Frau der Zutritt zur Gedenkstätte verweigert, weil sie ein Palästinensertuch trug. Ihre Klage dagegen blieb erfolglos. Der Gruppe gehe es auch darum den Israel-Palästina-Konflikt in der Gedenkstätte selbst zu thematisieren. - Auch die Gedenkstättenleitung hat die Protestpläne bereits scharf verurteilt. Der Protest war für den 12. April geplant – dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald.
Rechnungshof veröffentlicht Bericht zum Thüringenkolleg
Der Thüringer Rechnungshof hat nun seinen Prüfbericht zum Thüringenkolleg in Weimar veröffentlicht. Anlass ist die Debatte um die Schließung des Kollegs. Die Prüfer kommen zu einem kritischen Ergebnis: Die Personalausgaben pro Kollegiat sind fast doppelt so hoch wie an allgemeinbildenden Schulen. Zudem verzeichnet das Kolleg einen überdurchschnittlich hohen Unterrichtsausfall. Mehr als ein Drittel der Fächer in der Qualifikationsphase der Oberstufe kann nicht angeboten werden. Außerdem ist die Einrichtung nur noch zur Hälfte ausgelastet. Das Bildungsministerium hatte die Schließung des Kollegs mit den hohen Kosten bei zugleich niedrigen Absolventenzahlen begründet. Die Finanzierung beträgt rund eine Million Euro pro Jahr. Im vergangenen Schuljahr gab es 25 Absolventen. Bildungsminister Christian Tischner plant nun, das Thüringenkolleg an berufliche Gymnasien anzugliedern. Im kommenden Schuljahr sollen letztmalig neue Kollegiaten aufgenommen werden. Alle aktuellen Schülerinnen und Schüler sollen ihren Abschluss noch planmäßig machen können. Mehrere Landespolitikerinnen und -politiker sehen die Schließungspläne allerdings kritisch.
Ehrenamt im Rampenlicht – Stiftung sucht Preisträger
Die Thüringer Ehrenamtsstiftung sucht Vorschläge für ihren Engagement-Preis. Der Einsendeschluss ist der 30. April. Gesucht werden Einzelpersonen, Vereine, Initiativen oder Stiftungen, die sich in Thüringen für andere einsetzen. Für die Jugend bis 25 Jahre gibt es eine eigene Kategorie. Dort präsentieren die von einer Jury nominierten Kandidaten ihr Engagement per Live-Pitch einem Publikum, das dann die Gewinner*innen kürt. In den übrigen zwei Kategorien entscheidet die Jury. Jede Auszeichnung ist mit 2.000 Euro und einer handgefertigten Skulptur des Thüringer Künstlers Florian Schmigalle verbunden. Die Preisverleihung findet am 4. Juni im Erfurter Collegium Maius statt. Vorschläge können online auf der Website der Stiftung eingereicht werden.
Zwei Gemeinden starten Projekt gegen Alterseinsamkeit
Zwei Landgemeinden im Weimarer Land wollen gegen Einsamkeit im Alter vorgehen. Das geht aus einer MDR-Meldung hervor. Bad Sulza und Ilmtal-Weinstraße nehmen gemeinsam ab dem 1. Juni am Seniorenprojekt "Agathe" teil – etwas später als ursprünglich geplant, teilt Weinstraßen-Bürgermeisterin Katrin Wörpel mit. Grund für die Verzögerung: Die vorgesehene Mitarbeiterin kann ihren Dienst nicht früher antreten. Zielgruppe des vom Land geförderten Projekts sind alleinstehende Menschen über 63 Jahre – das sind rund 650 in der Landgemeinde Ilmtal-Weinstraße und knapp 900 in der Region Bad Sulza. Das "Agathe"-Projekt berät die Seniorinnen und Senioren und setzt dabei vor allem auf Vernetzung. Den Betroffenen wird u. a. angeboten, sich selbst ehrenamtlich zu betätigen oder in Gesellschaft ihre Freizeit zu gestalten.
Polizei: Körperverletzung vor Bäckerei
In der Weimarer Innenstadt hat ein betrunkener Mann Dienstagabend einen Passanten geschlagen - und das, weil eine Bäckerei bereits geschlossen hatte. Laut Polizeibericht wollte der 59-Jährige das Geschäft noch betreten. Wütend darüber, dass dies nicht mehr möglich war, schlug er unvermittelt einen 36-Jährigen und beleidigte ihn. Die gerufene Polizei stellte beide Männer fest. Ein freiwilliger Atemalkoholtest beim Angreifer ergab 2,39 Promille. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Körperverletzung.
mt/ki
»Weimar Nachrichten« vom 26. März 2026
