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Claus Bachs Bildarchiv: Die üblichen Verdächtigen

19. Februar 2026 / Radio, Stadtzeit,Mediathek
Claus Bachs Bildarchiv, Foto: Claus Bach
Claus Bachs Bildarchiv, Foto: Claus Bach

„Wie sähe eine „Sammlung Weimar" aus, wenn es sie gäbe? Eine Sammlung, deren Werke Weimar selbst thematisieren, aufzeichnen, spiegeln, mit seinen Unebenheiten, Schlaglöchern, doppelten Böden und Schräglagen, mit seinen Orten, Personen, Mythen und Stereotypen?
Es gibt sie nicht, sie ist imaginär, eine „Unsichtbare Sammlung", um mit Stefan Zweig zu sprechen, ob schon dessen Novelle mit den Worten endet: „Und ich musste wieder an das alte wahre Wort denken – ich glaube, Goethe hat es gesagt: Sammler sind glückliche Menschen."
Unglaublich, dass sich Weimar dieses Glück nicht leistet. Wenngleich es eine üppige Anzahl von Werken aus den zurückliegenden Jahrzehnten gibt, die ein aufschlussreiches, sinnliches, bisweilen entwaffnendes Bild des weltgewandten wie kleingeistigen Ortes zu zeichnen wüssten."

So komplex beschreibt der Galerist Frank Motz das nahende Ausstellungsprojekt der hiesigen ACC-Galerie. Und dabei wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Das fängt schon bei der Anzahl der beteiligten Künstlerinnen und Künstler an. Insgesamt 73 werden an der Ausstellung beteiligt sein. Deren Werke beschäftigen sich explizit mit jenem Ort, der die polarisierenden Widersprüche der Geschichte wie kaum ein anderer in sich trägt. Nun ist jener Umstand bis zum Überdruss mehr als nur bekannt. Jede weitere Beschreibung gleicht einer Schallplatte, die mit dem berühmten Sprung in Endlosschleife rotiert. Und täglich grüßt das Murmeltier. Spannend kann es nur noch werden, wenn sich zeitgenössische Künstler der Angelegenheit widmen. Mit internationaler Herkunft und verschiedensten biografischen Hintergründen. Deren Blick von außen kennzeichnet einerseits die Situation in der Ausstellung.

Anderseits werden Erfahrungen aus dem Maschinenraum des Ortes präsentiert. Also jene der historischen lokalen Blase. Sowohl abgewählte als auch realisierte Projekte werden vorgeführt. Dabei erstreckt sich der Kreis der versammelten Akteure über den der sogenannten üblichen Verdächtigen, sprich Hauskünstlerinnen und Künstler. Bekannt trifft auf unbekannt. Das wird Überraschungen und Kurzweil generieren. Dass es von allem eine außerordentlich vielfältige Menge gibt, wird in der Ausstellung zu sehen sein. Nicht zuletzt auch als Animation für Sammler und Sammlerinnen zeitgenössischer Kunst. Die soll es ja auch noch geben.
Die Ausstellung wird am Samstag, dem 21. Februar um 20 Uhr in der ACC-Galerie eröffnet. Auf dass die Kunstblase platze.

CB


Weitere Informationen zur Ausstelung Die Sammlung Weimar finden Sie unter:
https://acc-weimar.de/ausstellungen/a/die_sammlung_weimar-2030.html 

 

Claus Bachs Bildarchiv: Die üblichen Verdächtigen

Autor: nbv