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Claus Bachs Bildarchiv: Knuddel mich!
22. Januar 2025 / Radio, Stadtzeit,Mediathek
Dass nicht immer alles, was gegenwärtig aus den USA kommt, schlecht sein muss, beweist die Initiative des amerikanischen christlichen Pastors Kevin Zaborney. Am 21. Januar 1986 hatte er erstmals den sogenannten „National Hugging Day" in der Stadt Clio, Michigan, ins Leben gerufen. Zu Deutsch kurz „Weltknuddeltag". Zu seiner Motivation ist folgendes bekannt:
Er wählte den 21. Januar, weil dieser genau zwischen Weihnachten, Neujahr und dem Valentinstag lag und die Menschen seiner Erfahrung nach in jener dunklen Zwischenzeit allgemein niedergeschlagen waren. Zaborney war der Ansicht, dass die amerikanische Gesellschaft sich schämt, Gefühle in jener trostlosen Jahreszeit zu zeigen. Seiner Meinung nach hat die Öffentlichkeit Angst vor Monstern, die sich „an ihren Seelen und der einzigen blauen Krawatte laben." So hoffte er, dass dies ein „National Hugging Day" ändern würde. Die oftmals gedrückte Stimmung dieser Jahreszeit soll durch pure menschliche Herzlichkeit aufgelockert werden. Anfangs war er skeptisch, dass sich dieser Tag durchsetzt. Doch über die Jahre wurde die Sache zum Selbstläufer. Mittlerweile hat jener Tag in Ländern wie Kanada, Engalnd, Australien, Russland, Polen und sogar Deutschland eine gewisse Tradition entwickelt. Auf einer kompatiblen Website ist auch die gesundheitsfördernde Wirkung der Kuschelei vermerkt. Das hat das Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität Wien anlässlich des Weltknuddeltages bereits im Jahr 2013 bekannt gegeben: „Kuscheln wirkt äußerst positiv auf die Beteiligten und kann helfen Stress abzubauen und Ängste zu verringern. Ebenso kann es den Blutdruck senken und das Immunsystem stärken. Sogar die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung können dadurch gefördert werden.
Verantwortlich dafür ist das Hormon Oxytocin, welches beim Kuscheln vermehrt ausgeschüttet wird. Oxytocin wird in der Hirnanhangdrüse gebildet und beispielsweise insbesondere von Müttern während der Entbindung und beim Stillen produziert. Es erhöht so die Bindung zwischen Mutter und Kind. Aber auch das soziale Verhalten und die gegenseitige Zuneigung werden dadurch gestärkt, nicht nur zwischen Eltern und Kindern, sondern auch zwischen Liebespaaren. Es ist erwiesen, dass Partner in glücklichen Beziehungen höhere Oxytocin-Spiegel aufweisen, als andere. Zusätzlich wird neben Oxytocin auch Dopamin im Körper freigesetzt, welches seinerseits ebenso zur Steigerung des Wohlbefindens beiträgt."
Bis heute gibt es vier verschiedene Arten von Umarmungen, die am Weltknuddeltag zelebriert werden können:
Der sogenannte Big Bear Hug: Eine kräftige Umarmung, die Trost spendet.
Der Consoling Hug: Eine tröstende Umarmung, um Mitgefühl auszudrücken.
Der Mutual Hug: Eine gegenseitige Umarmung, bei der beide Personen gleichermaßen einander halten.
Und last, but not least: Der Pick-Up Hug: Eine verspielte Umarmung, bei der man die andere Person leicht anhebt.
Passende Bilder zum Thema bleiben selbstverständlich der eigenen Vorstellung überlassen.
Claus Bach
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