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»Maß für Maß« - Shakespeares Problemstück am DNT neu inszeniert
21. April 2026 / Radio, Stadtzeit,Mediathek
Am 18. April 2026 feierte das Shakespeare-Stück »Maß für Maß« (engl. original »Measure for Measure«) – erstmalig 1604 uraufgeführt – nach rund 40 Jahren erneut Premiere am Deutschen Nationaltheater Weimar.
Die Inszenierung bringt den vielschichtigen Klassiker in einer frischen, zeitgenössischen Lesart auf die Bühne und rückt die brennenden Fragen von Macht, Moral und Gerechtigkeit in den Fokus: Ein strenger Statthalter setzt kompromisslos Gesetze durch, während persönliche Begierden, Korruption und Doppelmoral zunehmend sichtbar werden.
»Maß für Maß« wird häufig als sogenanntes Problemstück bezeichnet, weil es sich nicht eindeutig einer dramatischen Gattung zuordnen lässt und inhaltlich zahlreiche moralische Widersprüche offenlässt.
Zum einen bewegt sich das Stück zwischen Komödie und Tragödie: Es enthält zwar typische komische Elemente – etwa Verwechslungen, Intrigen und ein scheinbar versöhnliches Ende mit mehreren Hochzeiten –, gleichzeitig behandelt es aber sehr ernste und düstere Themen wie Machtmissbrauch, sexuelle Nötigung, Todesstrafe und religiöse Moral.
In Weimar wird »Maß für Maß« als spannungsreiches Spiel zwischen Kontrolle und Kontrollverlust, zwischen öffentlicher Ordnung und privater Verstrickung von Timon Jansen neu inszeniert – mit klaren Bezügen zu heutigen gesellschaftlichen Debatten und einem besonderen Augenmerk auf die Ambivalenz der Figuren.
Maria Antonia Smalley und Stefan Schmidt waren bei der Premiere dabei und besprechen das Gesehene im Kollegengespräch. Anschließend gibt es ein Interview mit dem Regisseur Timon Jansen.
Autorin: Maria A. Smalley
DNT feiert Premiere von »Maß für Maß«
