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»Weimar Nachrichten« vom 4. Februar 2026
04. Februar 2026 / Weimar, Nachrichten
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Stadt trauert um Ehrenbürger Gilberto Salmoni
Der italienische Buchenwald-Überlebende und Ehrenbürger Weimars Gilberto Salmoni ist gestorben. Er starb am 1. Februar im Alter von 97 Jahren. Das gab die Stadt gestern auf Berufung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora bekannt. Wie Oberbürgermeister Peter Kleine betont, verlieren man mit dem Tod von Gilberto Salmoni nicht nur einen Ehrenbürger, sondern eine prägende moralische Stimme. Gerade in solchen Momenten sei umso deutlicher zu spüren, wie unverzichtbar eine lebendige und nachhaltige Gedenkkultur ist, so Kleine.
Gilberto Salmoni kam am 15. Juni 1928 in Genua zur Welt. Bereits als Jugendlicher litt er unter dem antijüdischen Gesetz des faschistischen Italiens. Am 2. August 1944 wurde er zusammen mit seinem Bruder nach Buchenwald deportiert. Nach der Befreiung Buchenwalds widmete er sein Leben der Erinnerungsarbeit. Im Juni 2023 wurde er vom Stadtrat zum Ehrenbürger ernannt.
Erste Stadtratssitzung im neuen Jahr
Der Stadtrat kommt heute Abend zu seiner ersten Sitzung im Jahr 2026 zusammen. Getagt wird im Seminargebäude der Weimarhalle ab 17 Uhr 45. Auf der Tagesordnung steht unter anderem der verschobene Antrag für ein zentrales Feuerwerk für Weimar, den die Grünen-Fraktion eingebracht hat. Gleichfalls macht die Fraktion die geplante Mitte-Deutschland-Verbindung zum Thema. Auch möchte die Linke heute darüber abstimmen lassen, dass für zwei Jahre keine Strafanzeige bei Ticketverstößen gestellt werden soll. Es handle sich dabei um eine Testphase, auf die eine Evaluation folgt, heißt es im Antragstext. Die SPD-Fraktion möchte die Entwicklung eines Aktionsplans gegen Einsamkeit anstoßen.
Die heutige Sitzung des Stadtrats kann erneut online per Stream verfolgt werden. Dieser ist auf der YouTube-Seite der Stadt abrufbar.
Konzepte für Haus der Frau von Stein gesucht
Die Stadt sucht nach Ideen und Konzepten für das "Haus der Frau von Stein". Im Rahmen eines Interessen-Bekundungsverfahrens können nun bis zum 16. März Nutzungs- und Sanierungskonzepte abgegeben werden. Das wurde gestern im Rathaus mitgeteilt. Das Ziel ist, die noch nicht abgeschlossene Sanierung des Gebäudes zügig fortzuführen. Es soll nach Fertigstellung möglichst kulturell und von der Öffentlichkeit genutzt werden. Die Stadt möchte für den Abschluss der Sanierung ein Erbbaurecht vergeben, heißt es. Gesucht wird nach ernst- und glaubhaften Interessenten für das Gebäude. Noch vor der Sommerpause soll der Stadtrat dann eine Entscheidung treffen, so OB Kleine. Der Stadtrat hatte am 5. November 2025 einstimmig die Durchführung eines Konzeptvergabeverfahrens beschlossen.
Seit 2025 ist das "Haus der Frau von Stein" wieder im Besitz der Stadt. Das Gebäude befindet sich derzeit in einem Rohbauzustand. Der vormalige Investor hatte die von ihm begonnen Sanierung nicht fertiggestellt.
Gedenkstätten-Stiftung und Schulämter vertiefen Zusammenarbeit
Die Buchenwald-Stiftung und die Thüringer Schulämter vertiefen ihre Zusammenarbeit. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, soll sie auf eine langfristige Grundlage gestellt werden. Dafür wurden gemeinsame Kooperations-Vereinbarungen unterzeichnet. Damit sollen die Besuche von Schulklassen und Lehrkräften in den Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie im Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus systematisch gestärkt werden. Gleichfalls wolle man die Lehrkräftebildung ausbauen und gemeinsame Bildungsprojekte entwickeln.
Bereits 2018 hatte das Staatliche Schulamt Nordthüringen eine Kooperation mit der Stiftung geschlossen. Mit den nun unterzeichneten Vereinbarungen wird diese Zusammenarbeit auf alle fünf Schulämter Thüringens und auf das Museums Zwangsarbeit ausgeweitet.
Vhs präsentiert Semester-Programm
Die Volkshochschule Weimar präsentiert heute ihr Programm für das Frühjahrssemester. Über das Programm informiert die Vhs im Atrium, von 10 bis 16 Uhr ist sie dort mit einem Infostand anzutreffen. Starten wird es am 23. Februar. Das Angebot reicht dabei vom Nähkurs, über Yoga bis hin zu Sprach- und Politik-Seminaren. Gleichfalls stellt sie eine Ausstellung vor, die sich mit dem Weimarer Volkshaus beschäftigt. Die entsprechenden Ausstellungstafeln werden nach der Projektvorstellung im mon ami ab dem 17. Februar gezeigt. Weitere Informationen zum Programm sind auf der Homepage der Volkshochschule zu finden.
Welpe auf dem Weg zur Besserung
Der in der Nähe Buchenwald gefundene Husky-Welpe ist auf dem Weg zur Besserung. Nach Angaben der Stadt sei der kleine Rüde inzwischen wieder sehr agil und seine Wunden würden gut heilen. Auch sei die bisherige Anteilnahme an dem Schicksal des auf den Namen "Vido" getauften Welpen überwältigend, hieß es. Es habe so viele Hilfsangebote von Bürger*innen gegeben, wie es kaum zu erwarten gewesen sei. Die Stadt weist darauf hin, dass sie derzeit keine Hinweise zur Herkunft des Hundes, zur Vermittlung und zum laufenden Verfahren geben könne. Es werde jedoch straf- und verwaltungsrechtliche Konsequenzen geben.
Der Welpe wurde am Montagabend vor einer Woche im Bereich Buchenwald gefunden - mit schweren Verletzungen an Kopf und Kiefer. Er sei in einen Müllsack gesteckt, abgelegt und zurückgelassen worden, teilte das Veterinäramt mit.
mt
»Weimar Nachrichten« vom 4. Februar 2026
