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NSU-Prozess: Auflösung des Wendeschleifenkrimis

11. November 2016 / Radio, Stadtzeit, NSU-Prozess aktuell

Nach 320 Verhandlungstagen sorgt ein Zeuge für die Auflösung des Wendeschleifenkrimis. Lange war gerätselt wurden, wer die beiden Männer waren, die Ende der 1990er an einer Straßenbahnwendeschleife in Jena zusammengeschlagen worden sind. Nun hat der erste von beiden ausgesag und die Taktik der Verteidigung Wohllebens, ihn als "Friedenstaube" aus Jena darzustellen und Carsten S. als Lügner, ist nicht aufgegangen. Wohlleben entpuppt sich auch in München zunehmend als gewaltbereite Szenegröße.

Es nähert sich auch der Tag der Selbstenttarnung des NSU, was der Anlass für zahlreiche Gedenk- und Protestaktionen ist. Die rechte Szene reagierte darauf bereits gewaltvoll, u.a. mit einem Anschlag in Chemnitz. Doch die Empörung auf solche Ereignisse bleibt aus. Das betrifft aber auch die behördliche Aufarbeitung, denn am heutigen Tag verjährt die Tat von Lothar Lingen. Der ehemalige Referatsleiter des Budesamtes für Verfassungsschutzes ließ Akten nach der Enttarnung des NSU Akten vernichten, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ist somit vom Tisch.

Vom NSU-Prozess in München berichtet Fritz Burschel für uns, Daniel Jörg hat mit ihm über die neuesten Ereignisse gesprochen.

 

Fritz Burschel zum NSU-Prozess

Autor: jep